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Total War Attila - Test: Eine düstere Epoche

Das Ende kann ein Anfang sein, auch für dich

von Tim Haller
Total War: Attila Test Teaser

Rauf aufs Pferd, Speer in die Hand und immer Richtung Sonnenuntergang. Mit Total War: Attila könnt ihr die Geschichte umschreiben. Zieht brandschatzend durch die Lande und hinterlasst eine Spur der Verwüstung. Oder organisiert die Verteidigung der alten, römischen Ordnung, die dem Untergang geweiht ist. Lasst euch auf einen düsteren Streifzug durch die Dark Ages mit einer neuen und interessanten Spielweise ein.

Die Kunde von einer neuen Macht im Osten verbreitet sich, und das altersschwache römische Reich ist kurz davor, seinen letzten Atemzug auszuhauchen. Germanische Stämme begeben sich zu Heerscharen auf Wanderschaft und fressen das Land, durch das sie ziehen, bis aufs letzte auf. Hier kommt ihr ins Spiel. Creative Assembly hat einen neuen Total War-Titel namens Attila veröffentlicht. Erwartet uns hier ein düster anheimelnder Strategiehit oder eine lahme Ente im Kettenhemd? Lest weiter, dann werdet ihr es erfahren.

Die Total War-Veteranen unter euch werden sich bestimmt noch an Barbarian Invasion aus dem Jahr 2004 erinnern. Die Erweiterung zu Rome: Total War entführte euch damals schon in die dunkle und brandgefährliche Völkerwanderungszeit. Mit Total War: Attila erwartet euch aber mehr als ein Remake der alten Expansion. Attila könnt ihr auch dann spielen, wenn ihr Rome II nicht installiert habt. Es erwartet euch ein komplettes Spiel mit eigener Kampagne und neuen Fraktionen. Habt ihr eins der letzten Total Wars gespielt, werdet ihr euch im Spielmenü problemlos zurechtfinden. Große Kampagne, historische Schlacht, alles wieder mit dabei.

Total War: Attila - Bildstrecke

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Die Fraktionen

Bei der Wahl der Fraktion solltet ihr euch aber Gedanken machen. Ich hingegen habe mich für euch erst einmal völlig gedankenlos ins Spiel gestürzt und die Hunnen gewählt. Erste Schlacht, Sieg dank überlegener Bogenkavallerie, das Dorf ist mein! Dachte ich zumindest. Hier erlebe ich die erste Überraschung von vielen. Ich kann die Siedlung nicht annektieren. Ausrauben ja, abbrennen ja, aber nicht einnehmen.

Die Hunnen stehen am besten für das, was in Total War: Attila neu ist. Das Nomadentum oder auch der Hordenmodus, wie man ihn im Spiel nennt. Ihr plündert euch einfach durch die Weltgeschichte und wenn ihr mal neue Einheiten oder was zu essen braucht, dann schlagt ihr einfach die Zelte auf. Passt aber genau auf, wo ihr das tut, denn manche Leute mögen keine Zeltstädte in ihrem Territorium.

Wenn ihr irgendwann dann doch mal wieder das klassische Total War wollt, könnt ihr euch auch für die West-/Ostgoten, Vandalen oder Alanen entscheiden. Das sind halbnomadische Fraktionen, mit denen ihr auch Städte einnehmen könnt. Die gute alte Aufbaustrategie ohne Wildniscamping bekommt ihr mit den Sachsen, den Franken oder natürlich mit den Römern. Ob Ost- oder Westrom, hier steht ihr auf verlorenem Posten. Das Prinzip ist das gleiche wie im alten Barbarian Invasion. Ihr braucht nur die Stellung zu halten, was leichter gesagt ist als getan. Irgendwo im Osten lauern ja noch die Hunnen und diese sehen ihre Stunde allmählich gekommen…

Während der Bärtige noch im Wald kauert, haben sich seine Freunde schon am Wegesrand eingenistet.
Während der Bärtige noch im Wald kauert, haben sich seine Freunde schon am Wegesrand eingenistet. (Quelle: The Creative Assembly)

Der Ernst des Nomadenlebens

Trotz aller Einsteigerfreundlichkeit für Total War-Erfahrene und der zahlreichen Tipps, welche die beiden charmanten Beraterfiguren euch geben, gibt es aber immer noch Dinge, die im Nebel des Verborgenen bleiben und sich nicht allzu schnell durch bloße Spielerfahrung erschließen. Zum Beispiel habt ihr eine Königsfamilie, die es zu verwalten gibt. Hin und wieder kommt euch aber ein Emporkömmling quer, und ihr müsst entscheiden, was mit ihm geschieht.

Bei der einen Option verliert ihr Einflusspunkte und bei der anderen Kontrollpunkte. Doch was machen die? Zudem sind die Familienmitglieder durch Linien verbunden, die manchmal verschiedene Farben haben. Natürlich bedeuten die etwas, aber teilen möchte das Spiel dieses Wissen eher nicht.

Neben solchen Verwaltungsarbeiten ist eure Hauptaufgabe aber der Krieg und das Erobern fremder Länder. Meine Total War-Erfahrung beläuft sich auf Hunderte Stunden mit allen Teilen, die es gab, aber in Total War: Attila bekam ich anfangs nur den Hintern versohlt. Nicht in jeder Schlacht, aber auf der Kampagnenkarte. Eure Handlungen haben Konsequenzen, und die sind meistens schwerwiegend.

Ein Nachmittagsausflug der Hunnen in ein Dorf der Greutungen.
Ein Nachmittagsausflug der Hunnen in ein Dorf der Greutungen. (Quelle: The Creative Assembly)

Zeit des Niedergangs

Durch das falsche Gebiet marschiert, die falsche Siedlung eingenommen oder der falschen Fraktion auf den Schlips getreten - eine miese Entscheidung und ihr habt eine Runde später zwei vollgestopfte Armeen mit jeweils zwanzig Einheiten vor der Eingangspforte eures frisch eingenommenen und noch verwüsteten Dorfs stehen.

Auch wenn die Total War-KI noch nie für ihre Gerissenheit bekannt war, in Total War: Attila ist definitiv etwas mit ihr passiert. Ist der Gegner in den Echtzeitschlachten noch relativ berechenbar, sucht er auf der Kampagnenkarte in Sachen Hinterlistigkeit und Dreistigkeit seinesgleichen.

So heißt es denn mehr überleben, denn ruhmreich erobern. Das passt ja auch viel besser zu dieser Epoche, die gern als eine Zeit des Niedergangs bezeichnet wird. Total War: Attila fängt diese Endzeitstimmung ein und transportiert sie durch dunkel gehaltene Farben und düster epische Musik sowie einen hohen historischen Detailreichtum, zu sehen an Namen, Ortsnamen, Symbolen und Infos zu "aktuellem" Zeitgeschehen.

Die Vandalen haben einen der übersichtlicheren Stammbäume.
Die Vandalen haben einen der übersichtlicheren Stammbäume. (Quelle: The Creative Assembly )

Total War: Attila : Fazit

Neue Herausforderungen 8.5/10

Total War: Attila ist für mich als alten Freund der Total War-Reihe eine willkommene und längst überfällige Abwechselung. Das Spielen von nomadischen Fraktionen macht Spaß und bietet neue Herausforderungen, weil ihr euch dabei auf eine ganz andere Spielweise einstellen müsst als in allen anderen vorherigen Total War-Titeln. Bei all den Neuerungen, die sich in vielen kleinen Details zeigen, hätte ich mir allerdings, trotz des guten Prologs/Tutorials, etwas mehr Erklärungen gewünscht. Total War: Attila ist ein super Spiel geworden, aber man muss Zeit, Geduld und Nerven mit in die Schlachten nehmen. Wenn euch Total War so sehr am Herzen liegt wie mir, dann holt es euch. Allen anderen kann ich nur raten, es euch gut zu überlegen.

Das hat uns gefallen

  • das neue Hordensystem
  • ein stimmungsvolles Endzeitpaket

Das hat uns nicht gefallen

  • sehr hoher Schwierigkeitsgrad auf der Kampagnenkarte
  • teils nebulöse Spielmechanismen
Testnote 8,5 von 10
Bewertet von Tim Haller
10 / 10
Spielzeit
5,0 / 10
Einstieg
7,0 / 10
Technik
Informationen zum Spiel

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Total War: Attila selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 18 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

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Einsortierung und Informationen zum Spiel

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Gaming, Testbericht, Strategiespiel, Sega, PC, Videospiel, Total War: Rome 2 und Total War: Attila .

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