See No Evil | Phir Wohi Dil - Episode 49 -... | Advanced Download Manager

Tidal im Test: Mit CD-Qualität gegen die "Main-Streaming-Dienste"

Musik-Streaming mit gewissen Vorzügen

Tidal im Test

Tidal ist ein Musik-Streaming-Dienst, der im Gegensatz zu etablierten Anbietern wie Spotify oder Apple Music mit verlustfreiem Klang in CD-Qualität wirbt. Optional streamt ihr aber auch in branchenüblicher Sound-Güte zu reduziertem Preis. Neben Musik stehen Videos sowie kuratierte Inhalte im Fokus. Wir haben im ausführlichen Tidal-Test genauer hingesehen und hingehört.

Inhaltsverzeichnis

  1. Preise und Pakete
  2. Plattformunterstützung
  3. Musikauswahl
  4. Benutzeroberfläche und Bedienung
  5. Empfehlungssystem
  6. Audio-Qualität und Datenverbrauch
  7. Support und Extras
  8. Fazit

Tidal ist 2015 aus dem ehemaligen schwedischen Unternehmen Aspiro hervorgegangen und hat in Deutschland den Streaming-Dienst Wimp mittlerweile vollständig ersetzt. Im Testzeitraum bot der Service Zugriff auf über 46 Millionen Musiktitel und über 130.000 Musikvideos (Herstellerangaben). Tidal ist im Besitz mehrerer namhafter Anteilseigner aus der Musikbranche, als wichtigster dieser Riege wird vornehmlich der US-Rapper Jay Z genannt.

Preise und Pakete

Tidal bietet Musik- und Video-Streaming in zwei Varianten an. Eine kostenlose und werbefinanzierte Option gibt es nicht. Für 10 Euro im Monat stehen euch alle Songs in Standard-Qualität zur Verfügung, vergleichbar mit Spotify und Co. Für 10 Euro mehr gibt es Musik im verlustfreien FLAC-Format (16bit / 44.1 KHz). Videos streamt ihr stets in HD-Qualität. In der Regel könnt ihr Tidal in beiden genannten Varianten 30 Tage kostenlos testen. Es lohnt sich aber mitunter ein genauen Blick auf die Tidal-Homepage zu werfen, denn hier gibt es regelmäßig Sonderaktionen mit längeren Testphasen. Im Rahmen eines Tidal-Abonnements könnt ihr vier Geräte zeitgleich nutzen. Dabei kann allerdings nur eines aktiv über das Internet streamen. Die anderen Geräte können nur den verfügbaren Offline-Modus verwenden. Wer etwas Geld sparen möchte, kann das mit bis zu vier Familienmitgliedern. Für Tidal Premium zahlt ihr im Familienabonnement 15 Euro, mit Tidal HiFi werden in der Gruppe insgesamt 30 Euro im Monat fällig. Ihr könnt via PayPal oder Kreditkarte zahlen.

Musik-Streaming: So spart ihr bares Geld

6 Bilder
Zur Galerie

Plattformunterstützung

Tidal könnt ihr über diverse Plattformen nutzen. Am Windows-PC oder Mac stehen wahlweise Web-Player oder kostenlose Apps zur Verfügung. Dabei ist zu beachten, dass verlustfreies Streaming via Web-Player nur mit dem Webbrowser Chrome funktioniert. Unterwegs streamt ihr via Android-Gerät, iPhone oder iPad. Darüber hinaus unterstützt Tidal die Multiroom-Audiosysteme aus dem Hause Sonos, Teufel Raumfeld, Samsung sowie zahlreiche weitere Hersteller von Netzwerkplayern und Home-Audiosystemen. Des Weiteren übertragt ihr Tidal-Streams via AirPlay an den Fernseher und die daran angeschlossenen Lautsprecher oder direkt auf euren Audio-Receiver.

Feature bei Tidal...
Musikauswahl mehr als 40 Millionen Songs
Plattformen Android, iOS, Mac, Windows, Sonos etc.
Audioqualität HiFi: 1411 KBit/s, Hoch: 320 Kbit/s, Normal: 96 Kbit/s
Funktionen Kuratierte Playlisten, Musikmagazin, Musikvideos
Angebote Tidal Premium (Standard-Soundqualität), Tidal HiFi (verlustfreie Soundqualität)
Preis 10 Euro (Premium), 20 Euro (HiFi)
Familientarif 15 Euro (Premium), 30 Euro (HiFi)

Musikauswahl

Dei Auswahl an Musiktiteln ist riesig. Mit eigenen Angaben zufolge über 46 Millionen Titeln (Stand: April 2017) bietet der Streaming-Dienst vergleichsweise einen Spitzen-Wert. Suchanfragen im Test führten in der Regel ans Ziel, allerdings konnten wir auch einige Verfügbarkeitslücken aufspüren, die sich allerdings bei allen Streaming-Konkurrenten ebenfalls finden, sei es nun Spotify, Apple Music, Google Play Music oder Deezer. Ein Plus sind exklusive Inhalte, die die Anteilseigner nur bei Tidal veröffentlichen. Zu den exklusiven Künstlern zählen natürlich Jay Z aber auch Rihanna, Beyoncé, Madonna, Kanye West oder Alicia Keys. Eine Möglichkeit Musik aus der eigenen Sammlung hinzuzufügen, wie es beispielsweise bei den Streaming-Diensten Apple Music, Deezer und Play Music möglich ist, fehlt leider.

Benutzeroberfläche und Bedienung

Optisch orientieren sich die Macher von Tidal am Branchenprimus Spotify. Apps für den Desktop, Android und iOS erscheinen in dunkler Benutzeroberfläche. Am Desktop navigiert ihr über eine mit zahlreichen Kategorien bestückte Seitenleiste. Mobil bewegt ihr euch wie bei Spotify über am unteren Bildschirmrand befindliche Hauptmenüpunkte durch das Angebot des Tidal-Katalogs sowie die eigene Sammlung aus Titeln, Alben oder Playlisten. Nach kurzer Orientierungs- und Eingewöhnungsphase ist man mit den wichtigsten Funktionen vertraut und findet sich gut zurecht. Initial werdet ihr auf Wunsch nach und nach an die essentiellen Optionen via Einblendungen herangeführt. Das Manövrieren durch die verschiedenen Bereiche geht zügig von der Hand. Interpreten und Alben sind am Desktop stets verlinkt, das Springen zu entsprechenden Detailseiten ist demnach ohne Umwege möglich.

Die Tidal-App auf dem iPhone.
Die Tidal-App auf dem iPhone. (Quelle: Tidal / Screenshot: netzwelt)

Auch mobil macht das Stöbern bei Tidal spaß. Innerhalb von Song-Listen könnt ihr Sterne vergeben, um so eure Favoriten zu markieren. Entsprechende Songs, Alben oder Playlisten landen so im eigenen Archiv. Auf Detailseiten einzelner Künstler habt ihr direkten Zugriff auf die Diskographie, verfügbare Playlisten, Videos, steuert ähnliche Künstler an und informiert euch via hinterlegter Biographien über Leben und Schaffen der Interpreten. Zudem ruft ihr Social-Feeds der Künstler auf und bleibt so etwa via Twitter oder Facebook auf dem Laufenden. Stichwort Social Media: Playlisten oder Songs könnt ihr jederzeit über genannte Kanäle posten oder auch gezielt per Tidal-Link mit anderen über WhatsApp, E-Mail und Co. teilen.

Tidal auf dem PC.
Tidal auf dem PC. (Quelle: Tidal / Screenshot: netzwelt)

Eigene Playlisten sind im Handumdrehen erstellt und mit Songs befüllt. Radiosender können auf Basis von Künstlern, Alben oder einzelner Songs erstellt werden. Bei weniger bekannten Künstlern wird allerdings lediglich ein Mix aus vorhandenen Songs abgespielt, Titel ähnlicher Künstler werden demnach nicht bei allen Radiosendern eingestreut. Eine Besonderheit bietet das Wiedergabefenster der mobilen Apps. Hier werdet ihr stets mit Titelempfehlungen auf Basis der aktuellen Wiedergabe sowie detaillierten Informationen zum Song versorgt. Auch die Suchfunktion gefiel. Schon während der Eingabe öffnet sich ein Fenster mit Vorschlägen beziehungsweise Listen verfügbarer Inhalte. Insgesamt ist Tidal plattformübergreifend eine gleichermaßen übersichtliche wie funktionale Benutzeroberfläche zu bescheinigen.

Musik-Streaming: Die wichtigsten Dienste im Vergleich
Musik-Streaming: Die wichtigsten Dienste im Vergleich Bestenliste Musik wird mehr und mehr per Flatrate gestreamt. Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, Amazon Music Unlimited oder Deezer sind auf dem Vormarsch. Wir fassen euch hier alles Wissenswerte rund um das Thema Musik-Streaming zusammen und vergleichen die besten Anbieter. Hier entlang

Empfehlungssystem

Tidal setzt einen Fokus auf kuratierte Inhalte. So steht euch als Tidal-Abonnent ein Musikmagazin zur Seite, allerdings nur in englischer Sprache. Hier kümmert sich in eigener Aussage zufolge ein "erstklassiges Redaktionsteam" um Rezensionen, Playlisten und Interviews, die ihr im Netz studieren und so tiefer in die Welten der Musiker abtauchen könnt. Das Angebot an kuratierten Playlisten innerhalb der Tidal-Apps ist groß und breit gefächert. Im entsprechenden Abschnitt findet ihr demnach diverse Zusammenstellungen, über die sich neue Musik entdecken lässt. Personalisierte Wiedergabelisten, wie man sie beispielsweise bei Spotify in Form der "Dein Mix der Woche" kennt, gibt es bei Tidal allerdings nicht. Funktionen für das Bewerten von Songs oder ein anderweitiges Eingrenzen der persönlichen Vorlieben haben wir bei Tidal vergeblich gesucht. Musikvorschläge, basierend auf dem eigenen Geschmack, erreichen euch lediglich über die mobilen Apps im Wiedergabefenster des aktuellen Songs.

Audio-Qualität und Datenverbrauch

Eine hohe Klangqualität ist das Aushängeschild von Tidal. Doch bevor ihr euch für das HiFi-Abomodell zu doppeltem Preis und vierfach höherer Datenrate entscheidet, solltet ihr euch genau überlegen, ob dieses auch wirklich zum Tragen kommt. Ein hörbarer Qualitätsunterschied zwischen komprimierter AAC- und verlustfreier FLAC-Ausgabe ist zweifelsfrei gegeben. Tidal-Songs im HiFi-Abo bewegen sich tatsächlich auf dem Niveau einer CD. In maximaler Qualitätseinstellung sind alle Details glasklar zu hören, mit einer hervorragenden räumlichen Abbildung. Hierfür ist allerdings entsprechende Hardware, beispielsweise in Form von hochwertigen Kopfhörern oder Audiosystemen, Grundvoraussetzung. Im Idealfall nutzt ihr das HiFi-Probeabonnement und vergleicht dann die Qualitätsstufen, die ihr über die App-Einstellungen jederzeit anpassen könnt. Zudem ist zu beachten, dass ein verlustfreier Stream deutlich stärker zu Lasten des Datenverbrauchs geht. Folgend haben wir euch die ungefähren Werte des Datenverbrauchs eines Songs mit einer Länge von vier Minuten der unterschiedlichen Qualitätsstufen aufgelistet:

Datenverbrauch eines durchschnittlich langen Titels

  • Tidal HiFi: 40 Megabyte (Losless FLAC)
  • Tidal Premium: 10 Megabyte (Hoch, AAC 320 KBit/s)
  • Tidal Premium: 2,9 Megabyte (Normal, AAC+ 96 KBit/s)

Support und Extras

Der Support für Tidal hält zahlreiche Hilfestellungen bereit. Mittlerweile hat der Anbieter seinen umfangreichen FAQ- und Hilfebereich ins Deutsche übersetzt. Neben Basisinformationen finden sich unter anderem ausführliche Tutorials zu den wichtigsten Funktionen der Apps und Desktop-Clients. Diese enthalten sogar Videos, die allerdings nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Vorschläge für schmerzlich vermisste Funktionen, Berichte über Bugs oder Musikwünsche könnt ihr ebenfalls über den Tidal-Hilfebereich einreichen.

Welchen Musik-Streaming-Dienst nutzt ihr?

Umfrage

Eine Offline-Funktion für das Streaming ohne aktive Internetverbindung steht für iOS und Android-Geräte zur Verfügung und soll in Zukunft auch auf dem PC und Mac funktionieren. Extrafunktionen wie einen Equalizer, wie wir ihn beispielsweise bei Play Music für Android, bei Spotify oder Apple Music und Deezer finden, gibt es derzeit noch nicht. Die Option, die gelieferte Akustik dem eigenen Anspruch entsprechend zu verfeinern, fehlt. Allerdings ist dieser für alle unterstützten Geräte in Arbeit. Das gilt auch für eine nahtlose Wiedergabe, einen Windows Phone-Support und neben Bluetooth und AirPlay weitere Streaming-Optionen.

Tidal: Fazit

Streaming-Dienst mit großer Auswahl in CD-Qualität 7.7/10

Tidal ist ein Musik-Streaming-Dienst, der sich nicht nur aufgrund der Option Musik in verlustfreier Qualität zu streamen von der Konkurrenz abhebt. So liegt ein weiterer Fokus auf redaktionellen Inhalten, Empfehlungen und Musikvideos. Die Musikauswahl ist riesig, exklusive Inhalte verfügbar. Die Apps für PC und Mobilgeräte bieten eine gute Übersicht und ausreichend Nutzerkomfort. Personalisierte Empfehlungen spielen allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Einige Extra-Funktionen sind noch in Arbeit.

Das hat uns gefallen

  • Auf Wunsch Streaming in CD-Qualität
  • Flexibles Angebot
  • Große Auswahl an Songs und Videos

Das hat uns nicht gefallen

  • Kein Import eigener Musik
  • Keine Apps für Streaming-Player
Testnote 7,7 von 10
Bewertet von Ana Zapatellini
8,0 / 10
Bedienung
6,0 / 10
Plattformunterstützung
8,0 / 10
Musikauswahl
10 / 10
Qualität
7,0 / 10
Extrafunktionen
Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Tidal selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 345 abgegebenen Stimmen.
Vielen Dank für deine Bewertung!

Bestenlisten

Tidal wurde in folgende Online-Musikdienst-Bestenlisten einsortiert.

Musik-Streaming-Vergleich: Die 10 besten Anbieter im Test
Musik-Streaming-Vergleich: Die 10 besten Anbieter im Test Bestenliste Musik wird mehr und mehr per Flatrate gestreamt. Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Apple Music, Amazon Music Unlimited oder Deezer sind auf dem Vormarsch. Wir fassen euch hier alles Wissenswerte rund um das Thema Musik-Streaming zusammen und vergleichen die besten Anbieter. Zur Bestenliste

Das könnte dich auch interessieren

  1. Gastkommentar · 

    Ich habe Tidal mit HIFI getestet, man muss natürlich gute Komponenten haben, keine schräbbel Papiermembranen im Dünnwandigen Plastikgehäuse mit einer China Kondensatorweiche. In einer gedämmten Umgebung kann man ganz klar den Unterschied hören, nicht nur in den Frequenzen sondern auch beim Stereovolumen, Mastering und in den Panefekten. Anschließend habe ich noch eine Messung mit Raumanalyse in meinem Home Studio gemacht, und meine Vermutung war richtig, beste digitale Qualität. Besser wären nur noch FLAC's von einer Musik-DVD (meine keine Filmchen). Die es ja nur sehr selten gibt und dann auch nur von einem Bruchteil der angebotenen Titeln. Deswegen halte ich Tidal für Musikfreunde die beste Wahl, der Preis ist annähernd gleich mit einer Album-CD und so kann man mehrere sich anhöhren. Für Leute die in der Garage ihr Fest feiern und dazu einfach Musik laufen lassen wollen, ist es von Tidal natürlich eine überqualifiziertes Angebot.

  2. Gastkommentar · 

    Tidal klingt bei vielen Tracks oft schlecht (trotz Cd Qualität) als zbsp. enstprechenende youtube Musikvideos in HD. Ich empfehle selber einen vergleich zu machen;-)

  3. Bizzy Mo · 

    Warum hat TIDAL bei der Bewertung "Musikauswahl" nur 8 von 10 Punkten. Die haben doch im Vergleich die meisten Songs..

  4. Gastkommentar · 

    Hmmmm, welche Plattformunterstützung fehlt denn noch? Tidal ist bei Sonos, Raumfeld, Denon Heos ... und lässt sich auch über Chromecast abspielen. Eine richtig lange lange Liste findet man auf der Tidal Seite unter "unterstützte Geräte". Mir fehlt nur noch die Sprachsteuerung für Google Home. Dann fällt mir nichts mehr ein.

  5. Gastkommentar · 

    Warum sollte eine flac Datei 40 mb beim Streaming verbrauchen? Diese Größe hat eine unkomprimierte wav.

  6. RalfReber · 

    Grosser Vorteil: im Premium Abo können auch MQA-files über den Windows WebPlayer gespielt werden.

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Internet, Audio & Musik, Tidal und Musik-Streaming-Vergleich: Die 10 besten Anbieter im Test.

zur
Startseite

zur
Startseite