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Spieletest: Maelstrom

Terraforming und Alienterror

von Michael Dees
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Alle reden über den Klimawandel, das Strategical "Maelstrom" spielt damit. Im Jahr 2050 spaltet eine verheerende Umweltkatastrophe die Menschheit in zwei Lager. Und als sei der daraus resultierende Krieg - begleitet von Wetterkapriolen und Mutanten mit Kettensägen - nicht Strafe genug, blüht eine außerirdische Invasion.

Drei verfeindete Fraktionen begleiten "Maelstrom"-Spieler durch die Solokampagne. Die Aufrechten, ein mit konventionellem Kriegsgerät ausgerüsteter Haufen, die auf Hochtechnologie spezialisierten Kosmitron sowie eine glibberige Alienrasse mit fantasievollen Streitkräften, die aus Sporen schlüpft und ganze Landstriche flutet.

Reine (Terra-)Formsache

Obwohl die meisten Einheiten in der Lage sind, so entstandene Fluten zu durchschwimmen, können Hochwassergebiete in Handarbeit trocken gelegt werden - und nicht nur das. Durch so genanntes Terraforming schütten die Kampfhähne Schutzwälle auf, leiten Überschwemmungen um, schlagen Brücken zwischen benachbarten Inseln oder reißen Gräben ins 3D-Terrain. Die Landschaftsumgestaltung per Maus kann mitunter lange dauern, weil das schwache Pathfinding der Truppen nicht dazu beiträgt, eine Armee geordnet über schmale Landzungen zu befördern.

Jeder Held ist auf eigene Weise talentiert: Dieses Fräulein macht sich für kurze Zeit unsichtbar.
Jeder Held ist auf eigene Weise talentiert: Dieses Fräulein macht sich für kurze Zeit unsichtbar.

Passend zur Weltuntergangsstimmung stehen als Ressourcen Wertstoffe bzw. DNA sowie Sonnenenergie und Süßwasser im Mittelpunkt. Letztere beflügeln nicht nur Forschungsprojekte, sondern auch kurzfristig das Tempo von Landstreitkräften. Dynamische Tageszeiten schränken die Gewinnung von Solarenergie bei Dunkelheit zwar ein, Fahrzeuge und Fabriken hindert das aber nicht daran, bei Dämmerung automatisch das Licht einzuschalten.

Heldenhätscheln

Pro Fraktion werden dem Spieler drei Spezialisten anvertraut. Beißen die stets neue Tricks erlernenden Helden ins Gras, ist die Schlacht verloren. Übermütige Alleingänge stellen somit ein zu hohes Risiko dar. Schade eigentlich, denn das Mitmischen an vorderster Front ist insoweit lustig, weil man Helden nach Art eines Ballerspiels direkt kontrollieren darf.

Während reguläre Einheiten nach bekanntem Strategiemuster kommandiert werden und im Getümmel eigenständig agieren, läuft, zielt und schießt ein Held im Actionmodus dorthin, wo es dem Spieler gefällt. Diese nette Idee gipfelt in der Direktsteuerung von Fahrzeugen, was jedoch nicht den gesamten Fuhrpark betrifft. Dennoch dürfte es im Strategiebereich einmalig sein, Fußsoldaten aus der Hubschrauberperspektive mit MG-Salven und Raketen zu drangsalieren.

Aus der Nähe beäugt, hält die 3D-Grafik nicht, was die Draufsicht verspricht. Speziell die Texturen der verwüsteten Städte zerfließen in der Verfolgeransicht zu Brei. Dass dennoch Herzblut in der Grafik steckt, zeigen liebevolle Umwelteffekte, pulsierende Aliengebilde oder allmählich verwesende Leichen, die Fliegenschwärme anlocken.

Je nach Sonnenstand durchlaufen Gewässer mehrere Farbtöne und Hitzequellen lassen die Luft flimmern. Auch das Transformieren von Panzern in aufrecht stehenden Kampfrobotern oder das taktische Vereisen von Wasseroberflächen ist optisch hübsch umgesetzt. Die interessante, oft minimalistisch gehaltene Hintergrundmusik trägt für ein Kriegsspiel beinahe meditative Züge. Das schont die Nerven so lange, bis die Rückmeldungen bestimmter Einheiten in schrillen Frequenzen krakeelen.

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - oder wie hier, die dritte Art. Die dröge Story von Hollywood-Screenwriter James Swallow wird in drögen Cutscenes erzählt.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - oder wie hier, die dritte Art. Die dröge Story von Hollywood-Screenwriter James Swallow wird in drögen Cutscenes erzählt.

Hauptsache anders

Schon mit dem eigenwilligen Projekt "Perimeter" suchte das Team von KD Lab nach neuen Strategiewegen. "Maelstrom" soll sich ebenfalls von Konkurrenzprodukten unterscheiden - und tut dies auch, dem Terraforming und der Direktsteuerung sei Dank. Über elementare Schwächen tröstet die Experimentierfreudigkeit jedoch nicht hinweg. Die Wegfindung enttäuscht und die Angriffsbemühungen der Computergegner beschränken sich auf meist alberne Nadelstiche. Kritisch, wenn nicht unfair, geht es nur dann zu, wenn man sich mit einem kleinem Spähtrupp durch Feindesland kämpfen muss und spätestens vor der zweiten Kampfhandlung freiwillig neu startet. Einmal überlebt, folgt solchen Himmelfahrtskommandos die Errichtung einer Basis, in der man sich lange genug einigelt, um mit großen Verbänden losschlagen zu können.

Im Duell mit maximal fünf menschlichen Gegnern ist das Drohpotenzial schwieriger einzuschätzen. Der Netzwerkmodus von "Maelstrom" profitiert von den Unterschieden zwischen Aufrechten, Kosmitron und Aliens. Keine der drei Kriegsparteien spielt sich auch nur annähernd gleich, obwohl die Außerirdischen wegen des schnelleren Aufbaus bevorteilt sind. Im Gefechts- und Mehrspielermodus können sich Strategen beim Bau der Basis von der CPU unter die Arme greifen lassen. Auf den leeren Spieleservern fühlt man sich dann weniger allein.

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Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, Strategiespiel, PC-Spiel und Videospiel versehen.

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