Vanessa Parise | Shopkins Wild | Tokyo Magnitude 8.0

Spieletest: Supreme Commander

Kommandeure im Größenwahn

von Michael Dees
Teilen

Gewaltige Truppenaufmärsche, übergroße Schlachtfelder und ein Schwindel erregender Zoom-Modus. Bei der Verwirklichung seines neuesten Projekts dachte Gamedesigner Chris Taylor (Dungeon Siege) nicht in kleinen Maßstäben. Strategie der Superlative oder Überladenes mit Hardwareheißhunger? Die Wahrheit liegt nicht ganz in der Mitte.

Gesetzt den Fall, ein 30-Meter-Lulatsch setzt sich im Kino direkt vor Ihre Nase. Wie reagieren Sie? Gut. Aber wie würden Sie reagieren, wenn der Störenfried in Stahl gehüllt wäre und statt Händen grausame Waffen im Kühlschrankformat trüge? Richtig, Sie tun das Ganze als Fiktion ab, denn schließlich gibt es keine Kinos; nicht mehr, zumindest im Universum von "Supreme Commander", wo alles in Trümmern liegt. Ursächlich dafür: 30-Meter-Lulatsche, die riesige Waffenhände haben.

Die Masse macht's

Im Jahr 3844 wird nicht mehr um Öl gekämpft. Masse heißt der Zankapfel, der neben Erdlingen und Mischwesen aus dem Labor, genannt Cybrans, auch außerirdisch geprägte Sektierer, die Aeon-Erleuchteten, in einen mörderischen Sog reißt. Seit mehr als tausend Jahren tobt zwischen den Fraktionen ein Krieg, der Milliarden Opfer forderte und ganze Planeten verglühen ließ.

Jede der drei Rassen, für die der Spieler in der Kampagne je sechs Mal zu Felde zieht, verfolgt dasselbe Militärkonzept. Riesige, gepanzerte Kommandoeinheiten werden im Nu an Krisenherde verlegt, wo sie Ressourcen anzapfen und durch den Bau von Kraftwerken Energie erzeugen. Die gewonnenen Ressourcen fließen in den Bau diverser Boden-, Marine- und Lufteinheiten. Gebäude- und Truppenupgrades gibt es ebensowenig geschenkt. Masse, der alles bestimmende Rohstoff, wird mittels Pumpen automatisch gefördert oder durch das Aufsammeln von Schrott.

Ein Job einerseits für unbewaffnete Techniker, doch auch Kommandoeinheiten sind sich für solche Aufgaben nicht zu schade. Dank ihrer erweiterbaren Waffenmodule als Elitekämpfer eigentlich prädestiniert, sind sie hinter der Hauptkampflinie besser aufgehoben. Denn gehen die Stahlkolosse mit einer irrwitzigen Explosion zu Bruch, ist der Krieg für die betroffene Partie verloren.

Für die Dauer eines Upgrades bleibt die Armored Command Unit (ACU) inaktiv.
Für die Dauer eines Upgrades bleibt die Armored Command Unit (ACU) inaktiv.

Hinsichtlich der Steuerung wagte Chefentwickler Chris Taylor keine Experimente - oder zumindest fast: Neu und durchaus hilfreich ist ein strategischer Zoom, der es erlaubt, von der Nahansicht in eine Satellitenperspektive zu wechseln. Auf diese Weise lassen sich Kampfmechs, Panzer, Jäger, Bomber, Fregatten und U-Boote an alle Positionen der Karte beordern, ohne den Bildschirm zu scrollen. Vom Tester wurde dies schon deshalb begrüßt, weil der Bildlauf an der rechten Monitorkante konstant stecken blieb.

Die Kehrseite der grenzenlosen Übersicht ist ein Mangel an Details. Mit Blick aus dem All werden aus den Kampfmaschinen schlichte Symbole. Gänzlich an Ameisenbau erinnert das Schlachtfeld, wenn das Getümmel auf höheren Spielgeschwindigkeiten aus der Ferne beobachtet wird. An ein geordnetes Vorgehen ist dann kaum noch zu denken, obwohl sich für einzelne Trupps individuelle Wegmarken festlegen lassen. Freuen darf sich, wer über eine Grafikkarte mit zwei Ausgängen verfügt. Via Zweitmonitor können "Supreme Commander" das Geschehen aus dem All verfolgen, während die Kamera auf dem Hauptbildschirm die Front aus unmittelbarer Nähe verfolgt. Im Test funktionierte dieses Feature einwandfrei, im Gegensatz übrigens zum automatischen Truppentransport per Flugzeug.

Ein Hauch von LSD: So sieht das Spiel mit allen optischen Hilfen aus.
Ein Hauch von LSD: So sieht das Spiel mit allen optischen Hilfen aus.
Zurück
Seite 1/2

Inhaltsverzeichnis

Videospiel-Highlights 2018

Wie in allen Jahren erscheinen auch in diesem Jahr viele Videospiele. Wir zeigen euch unsere Highlights für das Jahr 2018.

Bei neuen Artikeln zu Strategiespiel benachrichtigen?Nein, Danke

Das könnte dich auch interessieren

Informationen zum Artikel

Dieser Artikel wurde mit den Schlagworten Gaming, Testbericht, Strategiespiel und PC-Spiel versehen.

Links zum Artikel

zur
Startseite

zur
Startseite