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Mate 20 Pro im Test: Läuft Huawei der Konkurrenz davon?

Schnellerer Prozessor und innovative Techniken

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von Jan Kluczniok
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Titelbild Mate 20 Pro

Huawei hat in diesem Jahr die Konkurrenz bereits in Sachen Kamera überflügelt. Die Triple-Kamera des P20 Pro gilt auch kurz vor Jahresschluss immer noch als beste Handy-Kamera. Mit dem neuen Top-Modell Mate 20 Pro will der chinesische Hersteller noch einen draufsetzen und die Konkurrenz unter anderem auch beim Thema Performance ausstechen. Der Kurztest klärt, ob dies gelingt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Design und Verarbeitung
  2. Display
  3. Performance
  4. Speicher
  5. Akku
  6. Kamera
  7. Preis und Verfügbarkeit
  8. netzwelt meint

Mit dem P20, dem P20 Pro und dem Mate RS hat Huawei im Frühjahr bereits drei hochgelobte Handys in den Handel gebracht. Nun lässt der chinesische Hersteller mit dem Mate 20, dem Mate 20 RS, dem Mate 20X und dem Mate 20 Pro vier neue Premium-Smartphones folgen. Damit bietet Huawei mehr High-End-Smartphones an als Apple und Samsung zusammen.

Die Creme de la Creme des Portfolios stellt dem chinesischen Hersteller zufolge dabei das Mate 20 Pro dar. Was das Smartphone aus Sicht von Huawei so besonders macht, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Design und Verarbeitung

Sieben Premium-Smartphones in zehn Monaten zu produzieren, stellt einen enormen Aufwand dar. Klar, dass Huawei das Mate 20 Pro nicht von Grund auf neu entwickelt hat. Das Handy ist zumindest optisch eher ein Mix aus den bereits erhältlichen Huawei-Handys: P20 Pro und Mate RS. Vom Porsche-Design-Smartphone hat es die abgeschrägten Displaykanten geerbt, die wir sonst nur von Samsungs Galaxy S- und Note-Modellen kennen. Vom P20 Pro stammt dagegen die Einkerbung im oberen Bereich des Displays. Sie fällt aber deutlich breiter aus. Warum, das erklären wir etwas später im Text.

Trotz der deutlichen Ähnlichkeiten zu anderen Huawei-Modellen behält sich das Mate 20 Pro durch einige feine Details aber einen individuellen Charakter. So ist der Einschalter jetzt etwa in Rot gehalten, um ihn besser vom Gehäuse abzuheben. Dieses weist zudem kaum noch Unterbrechungen auf. Huawei hat den Lautsprecher am unteren Rand des Handys verschwinden lassen. Er wurde in den USB C-Port integriert. Eine clevere Idee. Allerdings hatten wir noch keine Gelegenheit zu testen, wie sich dies auf die Soundqualität auswirkt. Die Triple-Kamera auf der Rückseite ist nun zusammen mit der Foto-LED quadratisch angeordnet. Huawei will so den Scheinwerfer eines Sportwagens nachahmen.

Erhältlich ist das Mate 20 Pro weltweit in fünf Farben: Schwarz, Grün, Pink, Blau und Twilight - einem regenbogenartigen Farbverlauf. Hierzulande stehen zum Marktstart Ende Oktober alle Farbvarianten bis auf die pinke Variante zur Auswahl.

Display

Abseits der gebogenen Bildschirmkanten weist das Display des Mate 20 Pro noch weitere Besonderheiten auf. So verbaut Huawei hier erstmals abseits der zusammen mit Porsche Design entwickelten Geräte ein QHD-Display. Ab Werk ist die Auflösung aber auf Full HD heruntergeregelt. Eine weitere Besonderheit ist der in den Bildschirm integrierte Fingerabdrucksensor. Den bot zwar bereits das Mate RS, beim Mate 20 Pro reagiert er aber deutlich schneller und ihr müsst weniger Druck ausüben, um das Gerät zu entsperren.

Alternativ könnt ihr das Handy aber auch per Gesichtserkennung entsperren. In der üppigen Einkerbung am oberen Displayrand bringt Huawei dafür als erster Hersteller eines Android-Handys Komponenten für eine 3D-Gesichtserkennung unter. Die "Face-Scan" genannte Technik ähnelt im Aufbau dem von Apple verwendeten FaceID und funktionierte im Test ähnlich zuverlässig.

Warum verzichtet Huawei dann nicht wie Apple ganz auf den Fingerabdrucksensor? Die Entsperrmethoden seien für unterschiedliche Situationen gedacht, erklärt Bruce Li, seines Zeichens stellvertretender Chef der Smartphone-Sparte des Konzerns, in einem Mediengespräch am Rande des Mate 20-Launches. Liege das Handy auf dem Tisch sei das Entsperren per Fingerabdruck noch immer bequemer als per Gesichtserkennung.

Performance

Während im P20 Pro noch der Octa-Core-Chip Kirin 970 aus dem vergangenen Herbst werkelt, hat Huawei beim Mate 20 einen neuen Motor verbaut. Diesen hat das Unternehmen bereits auf der IFA in Berlin vorgestellt: Der Kirin 980 ist der weltweit erste angekündigte Prozessor, der im 7-Nanometer-Verfahren gebaut wird. Drei Jahre lang hat der chinesische Hersteller geforscht, ehe das Produktionsverfahren Serienreife erlangte. Im Mate 20 Pro feiert er nun endlich Premiere. Huawei bringt hier 6,9 Milliarden Transistoren auf einer Fläche von einem Quadratzentimeter unter. Das sind 1,6 mal so viele Transistoren wie im Vorgänger Kirin 970, was auf einen ordentlichen Leistungsschub hoffen lässt.

Tatsächlich darf sich das Mate 20 Pro ersten von uns durchgeführten Benchmarks zufolge Hoffnungen auf den Titel des schnellsten Android-Smartphones der Welt machen. Zu einem Sieg über das iPhone XS reicht es aber noch nicht. Das erzielt bei Geekbench im selben Test deutlich über 4.000 Punkte.

Benchmark/Handy Huawei P20 Pro Huawei Mate 20 Pro Galaxy Note 9 Apple iPhone XS Max
GeekBench (Single-Core) 1.915 Punkte 3.232 Punkte 3.595 Punkte 4.732 Punkte
GeekBench (Multi-Core) 6.780 Punkte 9.786 Punkte 9.071 Punkte 11.212 Punkten
AnTuTu 209.015 Punkte 271.958 Punkte 247.814 Punkte 358.855 Punkte

Zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Smartphones nutzen wir die Tools Geekbench und AnTuTu. AnTuTu ist wohl das populärste Tool zum Messen der Leistungsfähigkeit des eigenen Smartphones. Die App prüft nicht nur die Leistungsfähigkeit des Prozessors (CPU), auch andere Smartphone-Komponenten, wie die Grafikeinheit oder der Arbeitsspeicher, werden getestet. Geekbench fokussiert sich dagegen vor allem auf die Leistungsfähigkeit der CPU. Je höher die Punktzahl ausfällt, umso besser ist bei beiden Programmen das Ergebnis. Wollt ihr die Leistungsfähigkeit eures eigenen Smartphones testen, könnt ihr euch AnTuTu und Geekbench bei uns im Download-Archiv kostenlos herunterladen.

Benchmarks sind aber natürlich nur die halbe Wahrheit. Einerseits lassen sie sich leicht manipulieren, andererseits entsprechen die getesteten Sachverhalte nicht unbedingt eurem täglichen Nutzungsverhalten. Huawei verspricht durch maschinelles Lernen und weitere Optimierungen beim Mate 20 die Startzeit der 15 beliebtesten Apps im Vergleich zum iPhone XS um knapp 1 Sekunde verkürzt zu haben. Ob das stimmt, konnten wir vor Ort in London noch nicht prüfen. Holen diesen Test aber schnellstmöglichst nach.

Speicher

Eine herkömmliche microSD-Karte passt nicht mehr in das Mate 20.
Eine herkömmliche microSD-Karte passt nicht mehr in das Mate 20. (Quelle: netzwelt)

Anders als beim Mate 10 Pro könnt ihr den Speicher des Mate 20 Pro bei Bedarf erweitern. Eine microSD-Karte passt aber nicht in das Smartphone. Stattdessen setzt Huawei auf das selbst entwickelte NanoSD-Format. Diese Speicherkarten sind deutlich kleiner als das mittlerweile 15 Jahre alte microSD-Kartenformat. Sie sind in den Abmessungen mit einer Nano-SIM-Karte identisch. Abseits der Größe bringt die Nano-SD aber keine Vorteile. Die Geschwindigkeit und maximale Speicherkapazität bewegt sich auf oder sogar noch unter dem Niveau aktueller microSD-Karten.

Huawei hofft jedoch, dass bald weitere Hersteller auf die Technik setzen. Schließlich ist es für Handyhersteller eine immer größere Herausforderung, alle von den Nutzern gewünschten Techniken sowie einen möglichst üppig dimensionierten Akku in einem noch halbwegs handlichen Format unterzubringen. Vorerst will Huawei die Nano-SD übrigens nur in Top-Modellen einsetzen.

Akku

Das Galaxy S9 wird hier drahtlos durch das Mate 20 Pro geladen.
Das Galaxy S9 wird hier drahtlos durch das Mate 20 Pro geladen. (Quelle: netzwelt)

Die Akkukapazität hat Huawei im Vergleich zum Mate 10 Pro noch einmal aufgestockt. Statt eines 4.000-Milliamperestunden-Akkus ist im Mate 20 Pro eine Batterie mit einer Kapazität von 4.200 Milliamperestunden verbaut. Ob sich dies im Alltag wirklich bemerkbar macht, bleibt abzuwarten. Ebenso, wie gut die neue Schnellladetechnik funktioniert. Schön finden wir, dass das Mate 20 Pro nun auch Wireless Charging unterstützt. Pfiffig ist in diesem Zusammenhang die Idee, dass das Gerät wahlweise auch als Ladematte fungieren kann. Im Kurztest luden wir etwa unser Galaxy S9 über die Rückseite des Mate 20 Pro. Dazu müsst ihr diese Option aber erst einmal in den Einstellungen aktivieren und noch dazu die Geräte genau übereinander ausrichten. Für den Notfall dennoch ein praktisches Feature.

Kamera

Bei der Mate-Serie legt Huawei bei der Entwicklung den Fokus vornehmlich auf Akkulaufzeit und Performance. Neue Kamera-Innovationen führt der chinesische Hersteller eher im Frühjahr mit seiner P-Serie ein. Dementsprechend ist die im Mate 20 Pro verbaute Triple-Kamera lediglich eine Weiterentwicklung der Kamera des P20 Pro. Huawei hat den Monochromsensor gegen einen Farbsensor mit Superweitwinkel getauscht. So kann die Kamera nun Brennweiten zwischen 16 und 270 Millimetern abdecken. Beim P20 Pro waren es dagegen 27 bis 270 Millimeter.

Des Weiteren ermöglicht die 3D-Gesichterkennung verschiedene Spielereien - etwa bereits vom Mate 20 Lite bekannten 3D Qmoji oder die Möglichkeit, Objekte dreidimensional zu scannen und zu animieren. Diese konnten wir in der Kürze der Zeit nach der Präsentation aber noch nicht ausprobieren. Auch hier reichen wir unseren Eindruck schnellstmöglichst nach.

Preis und Verfügbarkeit

Das Mate 20 Pro erscheint Ende Oktober. Möglicherweise sind zum Marktstart aber noch nicht alle Farbvarianten erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt in Deutschland bei 1.049 Euro. Denn Huawei bietet hierzulande offiziell nur die 128-Gigabyte-Version des Handys an. Vorbestellungen für das Mate 20 Pro sind bereits möglich.

Mate 20 (Pro) kaufen: Alle Details zu Preis, Release und Vorbestellungen
Mate 20 (Pro) kaufen: Alle Details zu Preis, Release und Vorbestellungen Artikel Marktstart der neuen Huawei-Handys Huawei hat die neuen Geräte der Mate 20-Serie vorgestellt. In diesem Artikel erfahrt ihr, was die Geräte kosten, ob sich ein Kauf mit oder ohne Vertrag lohnt und wie ihr Mate 20, Mate 20 Pro und Mate 20 X vorbestellt. Jetzt lesen

netzwelt meint

Das Mate 20 Pro ist ein echter Technologieträger und stellt zumindest im Android-Lager derzeit alle anderen Geräte in den Schatten. Angesichts dessen ist der Preis aus unserer Sicht gerechtfertigt. Wer ein High-End-Handy sucht, kommt an diesem Modell nicht vorbei. Der ausführliche Test muss aber klären, wie es um die Akkulaufzeit sowie die tatsächliche Bildqualität der Kamera steht.

Hinweis: Die Kosten für Flug sowie eine Hotel-Übernachtung wurden von Huawei übernommen. Auf die Berichterstattung hat dies keinen Einfluss. Mehr dazu findet ihr auf unserer Transparenzseite.

Huawei Mate 20 Pro
9
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Bestenlisten

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  1. Savero Fa · 

    Es sollte heißen:" Die Kunden laufen zur Konkurrenz" Weil es z.B. das Mate 20x nicht in Deutschland geben wird, werde ich zu Xiaomi laufen (Mi Max 3). Warum muß man in Deutschland alles über 6,5 Zoll irgendwo her importieren?

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Mobile, Testbericht, Smartphone und Huawei Mate 20 Pro.

Huawei Mate 20 Pro im Zeitverlauf
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  • Mate 20 (Pro): Bilder zeigen 7-Zoll-Variante Mate 20X in freier Wildbahn

    15.10.2018 Am 16. Oktober ist es soweit, dann wird Huawei in London das Mate 20 und das Mate 20 Pro enthüllen. Vorab tauchen immer wieder neue Bilder der Geräte im Netz auf. Nun zeigt sich ein weiteres Modell auf ersten Bildern: das Mate 20X. Hierbei soll es sich um ein Gaming-Smartphone mit einer gigantischen Bilddiagonale handeln. Gerüchten zufolge soll der Screen 7,21 Zoll groß sein.

    Die Bilder stammen aus dem chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo und wurden von der Webseite cnmo.com entdeckt und in Umlauf gebracht. Es sind nicht die einzigen Aufnahmen der noch geheimen Huawei-Handys, die im Netz zu finden sind. Gizmochina hat Bilder veröffentlicht, die auch das Mate 20 Pro in "freier Wildbahn" zeigen sollen. Zu sehen ist sowohl die Front- als auch die Rückseite des Smartphones. Ihr findet alle im Netz kursierende Fotos zum Mate 20 (Pro) und zum Mate 20X in der folgenden Mediengalerie.

    Die Aufnahmen in der Galerie zeigen einen deutlichen Unterschied zwischen Mate 20 und Mate 20 Pro. So weist das Pro-Modell offenbar einen Curved-Screen auf. Einen solchen Bildschirm verbaute der chinesische Hersteller bislang nur bei seinen Porsche Design-Handys.

    Ein Fingerabdrucksensor ist beim Pro-Modell weder auf der Front-, noch auf der Rückseite zu erkennen. Er soll stattdessen wie beim Mate RS in das Display integriert sein. Zudem erlaubt das Mate 20 Pro ein Entsperren des Smartphones via 3D-Gesichtserkennung.

    Das Mate 20 weist den Bildern zufolge dagegen einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite auf. Wollt ihr ganz genau wissen, worin sich die beiden Handys voraussichtlich alles unterscheiden werden, werft einen Blick in unseren Vergleich des Mate 20 und des Mate 20 Pro.

    Offiziell vorstellen wird Huawei das Mate 20 und das Mate 20 Pro am 16. Oktober auf einer Pressekonferenz in London. Netzwelt ist für euch vor Ort und hält euch via Live-Ticker ab 14:30 Uhr über alle Neuigkeiten zum Mate 20 auf dem Laufenden.

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