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Blue Estate im Test: (Saublöder) Spaß auf Schienen

Schießbude auf Schienen und trotzdem Spaß dabei

von Sebastian Tyzak
PS4, Xbox One folgt | Rail-Shooter | Spielzeit: 5 Stunden | ab 25. Juni | 20 Euro |

Ein Rail-Shooter auf der PlayStation 4? Vielleicht nicht unbedingt eine glückliche Wahl, ein durchaus altbackenes Genre auf CurrentGen-Konsolen zu bringen. Aber zu unserer (und voraussichtlich eurer) Überraschung: Blue Estate macht Spaß!

Rail-Shooter - nicht gerade das Genre, welches allgemein als aufregend bezeichnet wird. Lediglich auf das Bewegen eines Fadenkreuzes und das Betätigen des Abzugs reduziert, bietet die Spielgattung wenig Platz für aufregende Ideen. Blue Estate nutzt trotzdem dieses Genre, um seine Comic-Story zu inszenieren. Das Problem: Sie vollziehen es auf der PlayStation 4 - dem High-End-Spielklotz der neusten Generation. Kaum jemand dürfte mit dem Hintergedanken in neue Technik investiert haben, um altbackenen, schmalspurigen Spielprinzipien nachzuhängen. Im Folgenden ein großes "ABER".

ABER (versprochen ist versprochen): Blue Estate macht als stumpfe Schießbude einen guten Job. Nirgendwo steht schließlich geschrieben, dass Spiele immer ausufernd komplex oder himmelschreiend anspruchsvoll sein müssen. Genauso gern, wie ich mir ab und an mit Popcorn zwischen den Zähnen einen saublöden Actionstreifen Marke "Jean-Claude van Damme" oder "Steven Seagal" anschaue, spiele ich ab und an auch gern ein saublödes Spiel. Konsole anschalten, Kopf abschalten - genau dafür eignet sich Blue Estate hervorragend.

Und ein wenig "NextGen" ist es dann doch… ich meine: Es gibt Hunde! Und seit Call of Duty: Ghosts wissen wir, das die treuen Vierbeiner der letzte Schrei der aktuellen Konsolengeneration sind.

GIF
GIF (Quelle: Focus Home Interactive)

Nordkoreanischer Despot in Damenreizwäsche

Ihr merkt vielleicht - das Spiel hat einen Trumpf im Ärmel: Es weiß, dass es dümmlich ist. Im Gegensatz zu einem unangenehm ernst aufgelegten Rambo: The Videogame, das die meiste Zeit unfreiwillig komisch wirkt, zelebriert Blue Estate seinen Stumpfsinn mit Konfettiregen und Knallerbsen. Das Spiel basiert auf einer gleichnamigen Comicserie von Image Comics, die mir allerdings (bis jetzt) kein Begriff war. Sei's drum! Den Geschehnissen um Tony Luciano, dem Sohn eines berüchtigten Mafiabosses, der sich in einem Gangkrieg verstrickt, und einem Söldner namens Clarence, der die Suppe wieder auslöffeln darf, kann ich auch so ohne Probleme folgen.

Die Geschichte mag wenig spannend sein, zumindest aber die schön schrägen Charaktere und Situationen wissen von Anfang bis Ende zu unterhalten. Während der "Shootouts auf Schienen" lässt es sich zwischen einem krankhaften Chihuahua-Kult, an nordkoreanische Despoten-erinnernde Gegenspieler in Damenreizwäsche und Mafiahandlangern mit Hang zu Filmzitaten herzlich schmunzeln. Allerdings: Wer Probleme mit derbem Humor oder auf "Popowackeln" reduzierte Frauenrollen hat, sollte Blue Estate in den weiten des Download-Stores versauern lassen.

Blue Estate: Screenshots

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Lightbar statt Lightgun

Aber nicht nur die unterhaltsame Inszenierung hat Blue Estate auf dem Kasten, auch spielerisch holt der Titel aus der simplen Formel viel heraus. Auch wenn der Ablauf die gesamte Zeit gleich bleibt, wird durch kleine Herausforderungen wie Shootouts, in denen Gegner in einer bestimmten Reihenfolge ausgeschaltet werden müssen, oder Endbossen, die nicht über direkten Beschuss, sondern nur über Gegenstände in der Umgebung verletzt werden können, für Abwechslung gesorgt. Außerdem wird das sonst so vernachlässigte Touchpad des DualShock 4-Controllers genutzt: Beispielsweise wische ich darüber die in die Augen fallenden Haare von Tony Luciano aus der Stirn oder verpasse Gegnern im Nahkampf einen Klaps.

Gesteuert wird direkt mit dem DualShock 4-Controller, wahlweise sogar zu zweit vor dem Bildschirm. Durch die Bewegungssteuerung des Pads ist die PlayStation Move-Eistüte überflüssig. Zu einem Großteil funktioniert das Steuerungskonzept gut. Allerdings verliert der Controller schnell seine Kalibrierung, sodass das Fadenkreuz nach jedem zweiten Schusswechsel zentriert werden muss. Das geht dankenswerter Weise mit einfachem Tastendruck während des Spiels, stört aber dennoch. Für seine fünf Stunden Spielzeit trägt Blue Estate mit 20 Euro zudem einen recht stolzen Preis, zumal es trotz Highscore-Jagd, Sammelgegenständen und drei Schwierigkeitsgraden kaum Grund gibt, eine zweite Runde einzulegen.

Fazit zu Blue Estate

Blue Estate: Fazit

Blöd darf auch mal sein 7/10

Infantil, dümmlich, politisch inkorrekt und trotzdem Spaß dabei: Blue Estate ist "Kopf-Ausschalt-Unterhaltung", die ab und an mal sein darf.

Das hat uns gefallen

  • Saublöd, aber mit Spaß dabei
  • Trotz "Schiene" abwechslungsreich
  • Amüsant in Szene gesetzt

Das hat uns nicht gefallen

  • DualShock 4 muss häufig nachjustiert werden
  • Wenig Inhalt für stolze 20 Euro
Testnote 7,0 von 10
Sebastian Tyzak
Bewertet von Sebastian Tyzak
1,0 / 10
Spielzeit
7,0 / 10
Einstieg
5,0 / 10
Technik
Informationen zum Spiel

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Einsortierung und Informationen zum Spiel

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Gaming, Testbericht, Shoot 'em Up, Focus Home Interactive, Sony PlayStation 4, Microsoft Xbox One und Action.

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