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Apple Music im Test: Das kann der Streaming-Dienst mit Apfel-Logo

Flatrate ausprobiert

von Ana Zapatellini
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Apple Music Titelbild

Seit 2015 streamt ihr auch bei Apple im Stile Spotifys viele Millionen Songs jederzeit auf Abruf, on- und offline. Apple Music zählt mittlerweile zu den beliebtesten Musik-Streaming-Diensten. Wir haben uns die Musik-Flatrate mit Apfel-Logo für euch genauer angesehen und klären im ausführlichen Testbericht, was Apple Music aktuell zu bieten hat und wo noch Luft nach oben besteht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Plattformen und Voraussetzungen
  2. Musikauswahl
  3. Qualität
  4. Handhabung und Features
  5. Extrafunktionen
  6. Fazit

Apple Music ist mit viel Verspätung im Jahr 2015 an den Start gegangen. Andere Anbieter wie Spotify oder auch Deezer hatten sich schon längst im jungen Musik-Streaming-Markt etabliert, ehe das Unternehmen aus Cupertino seine Musiksoftware iTunes beziehungsweise die Music-Apps auf iPhone und iPad um einen entsprechenden Flatrate-Service für Musik ergänzte. Das Angebot steht jedem Interessenten im Rahmen eines dreimonatigen Testabonnements zur Verfügung und kostet anschließend 10 Euro im Monat und 15 Euro monatlich als Familienabonnement für bis zu sechs Personen. Studenten, die entsprechenden Nachweis vorlegen können, zahlen einen rabattierten Preis von 5 Euro im Monat.

Abonnement Preise pro Monat Probephase
Regulär 10 Euro 3 Monate
Familientarif 15 Euro 3 Monate
Studierende 5 Euro 3 Monate

Plattformen und Voraussetzungen

Apple Music gibt es für iTunes (ab Version 12.2) für Mac- und Windows-Rechner sowie für iOS-Geräte ab iOS 8.4, die Apple Watch sowie den HomePod. Zudem haben Android-Geräte im Herbst 2015 mit Apple Music die erste Apple-App überhaupt erhalten. Der Dienst kann also auch problemlos auf Smartphones und Tablets ohne iOS-Betriebssystem genutzt werden. Entsprechender Funktionsumfang beinhaltet unter anderem die Möglichkeit, Songs auf eine externe microSD-Karte für eine Offline-Wiedergabe herunterzuladen. Apple Music auf Entertainment-Geräte zu streamen, gelingt zum Beispiel per AirPlay-Funkstandard. Über diese Schnittstelle können AV-Receiver und Lautsprecher verdrahtet werden, die den Standard unterstützen.

Apple Watch CarPlay
Windows, Android-Geräte AirPort-Geräte (AirPlay)
Apps Streaming-Player
Mac, iPhone, iPad, iPod touch Apple TV

Ansonsten taugen auch die AirPort Netzwerkadapter, um analoge Geräte wie Stereo-Anlagen zu Streaming-Empfängern per AirPlay umzufunktionieren. Für die Multiroom-Lautsprecher von Sonos gibt es zudem eine offizielle App-Unterstützung. Die Streaming-Player Apple TV 4 und Apple TV (4K) hat eine eigene Apple Music-App und lässt sich mit Stereo-Anlagen und AV-Receivern verbinden. Apple Music streamt auch in Autos von Herstellern, die Carplay unterstützen, das Entertainment-System für den fahrbaren Untersatz von Apple. Überdies steht eine Apple Music-App für die Smartwatch aus dem Hause Apple zur Verfügung. Diese könnt ihr nicht nur zur Fernsteuerung, sondern auch für das Herunterladen und Abspielen von Songs ohne Datenverbrauch auf der Apple Watch nutzen.

Musikauswahl

Apple Music ermöglicht den Streaming-Zugriff auf den iTunes-Katalog aus den angesprochenen Apps für Mobilgeräte und stationär via iTunes heraus. Rund 45 Millionen Songs stehen auf Abruf zur Verfügung. Man darf davon ausgehen, dass der Apple-Katalog wie bei den Konkurrenten täglich anwächst. Wir haben die Musikauswahl der Anbieter mit einer Liste an Alben und Songs überprüft. Kann Apple Music unsere Anfragen beliefern? Unser Test zeigt: Fast alle der Alben und Songs auf unserer Liste hat der Anbieter in seiner Bibliothek, große Defizite können wir nicht ausmachen. Das Angebot verschiedenster Genres ist vergleichbar mit der Musik-Streaming-Konkurrenz. Einige Independent-Künstler oder Underground-DJs wird man unter Umständen nicht bei Apple Music finden. Trotzdem bleibt es bei einer insgesamt sehr guten Auswahl.

Qualität

Apple Music streamt offenbar mit 256 Kilobit pro Sekunde und damit in der Qualität von iTunes-Downloads. Als Codec wird AAC verwendet - ebenfalls wie bei iTunes. Im Vergleich liegt Apple Music damit unterhalb von Spotify, wenn man die Premium-Variante heranzieht: Das schwedische Unternehmen streamt dort mobil wie auf dem Desktop mit maximal 320 Kilobit pro Sekunde. Macht das einen Hörunterschied aus?

In der Praxis marginal. Wir hörten mit unseren Referenzkopfhörern von Bowers & Wilkins jedenfalls keine merklichen Unterschiede heraus. Allenfalls HiFi-Enthusiaten dürften die Differenzen auffallen. Fest steht aber auch: Einer CD oder LP über eine gute Anlage oder Kopfhörer zu lauschen ist etwas anderes und klanglich hochwertiger. Wer also mehr will, muss bei den alten Medien bleiben oder einen der Streaming-Dienste abonnieren, die unkomprimierte Daten liefern. Hier sei euch unter anderem Tidal empfohlen. Auch Deezer bietet die Option, Musik im unkomprimierten FLAC-Format zu streamen.

Handhabung und Features

Apple Music wurde nach einiger Kritik zum Start sowohl für den Desktop als auch auf Smartphones und Tablets neu gestaltet. So hat Apple insbesondere in eine verbesserte Nutzerführung und Übersichtlichkeit investiert. Die Apps für iOS und Android sowie Apple Music in iTunes sprechen eine einheitliche Designsprache. Geteilt ist das Angebot unter anderem in die Sektionen "Mediathek", "Für dich", "Entdecken" und "Radio".

Die Mediathek enthält alle iTunes-Titel sowie Titel und Alben, die über Apple Music dort abgelegt werden. Die Aktivierung der iCloud-Musikmediathek sorgt dafür, dass Musikinhalte auf allen angeschlossenen iOS-Geräten, PC und Macs zur Verfügung stehen. Abgeglichen werden nicht nur Apple Music-Titel, sondern die gesamte Musikmediathek. Fehlen Titel, die nicht im iTunes-Katalog vorhanden sind, lädt Apple diese nachträglich in die iCloud hoch. Bis zu 100.000 Songs stehen für den Abgleich beziehungsweise Upload zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei Spotify ist die Integration der eigenen Musikbibliothek nur über Umwege möglich. Google Play Music ermöglicht den Upload von 50.000 Songs. Bei Amazon Music ist im Rahmen des Monatsabos nur ein Upload von 250 eigener Songs inkludiert.

Apple Music via iTunes in Bildern

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Die Ansicht "Für dich" enthält persönliche Empfehlungen, speist sich aus gehörten Songs und Alben und der algorithmischen Apple Music-Beratung: Kürzlich gespielt, Alben-, Künstler- und Song-Playlists sowie Neuheiten. Mit quadratischen Kacheln orientiert man sich gestalterisch an der Konkurrenz. Besonders die täglich aktualisierten Playlists fallen positiv auf. "Connect" ist nach wie vor die Ansicht, über den man näher mit einem Künstler in Verbindung treten kann - ein soziales Netzwerk. Einträge lassen sich mit "Gefällt mir" markieren, mit einem Kommentar versehen oder mit anderen teilen. Nach wie vor erscheinen die Posts von Künstlern und Kuratoren aber uninspiriert untereinander.

Mit dem Update auf iOS 11 sowie entsprechender Aktualisierung von iTunes spielt bei Apple Music ein weiterer Ansatz des sozialen Austauschs eine Rolle. So könnt ihr euch nicht nur Künstlern, sondern auch mit Kontakten, die ebenfalls auf Apple Music setzen, verknüpfen und so beispielsweise sehen, welche Songs, Interpreten oder Alben diese favorisieren. Wiedergabelisten von Kontakten könnt ihr natürlich abonnieren, so also auch entsprechende Updates einsehen. Des Weiteren erhaltet ihr Empfehlungen für weitere Personen, deren Musikgeschmack Schnittmengen zu eurem aufweisen.

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Der Bereich Entdecken ist vor allem für Nutzer interessant, die wenig Musik hören und umso eher eine Führung in das riesige Musikarchiv benötigen. Auch für Hörer, die gerne wissen wollen, was andere Redaktionen empfehlen und ganze Alben genießen, profitieren von den Vorzügen kuratierter Musikauswahl. Kuratierte Playlists sind nach Aktivitäten und Stimmung, Festivals, Kuratoren und Musik-Playlists sortiert. Zu finden sind also auch Wiedergabelisten für romantische Momente, die Party am Abend oder das Workout. Das macht die Konkurrenz so oder ähnlich aber auch schon. Musik lässt sich in der Entdecken-Ansicht auch über neue Musik filtern oder nach Topcharts und Genres.

Auch Musikvideos spielen bei Apple Music eine immer wichtigere Rolle. Neben Musikclips stehen Abonnenten unter anderem ein Ableger der beliebten Show "Carpool Karaoke" oder auch verschiedenste Musik-Dokumentationen auf Abruf zur Verfügung. Apples Radiosender Beats 1 sowie einige Live-Sender sind nach wie vor kostenlos über iTunes empfangbar. Apple Music-Abonnenten erhalten allerdings Zugriff auf weitere On Demand-Sender der Radio DJs, außerdem kann man kann auch eigene Sender erstellen. Letzteres gelingt in der iOS-App einfach in den Untermenüs von Detailansichten oder unter iTunes in der Menüanzeige am oberen Bildschirmrand.

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Die integrierte Suche funktioniert gut, liefert Vorschläge, was man suchen könnte und findet auch recht zuverlässig einzelne Songs. Mit iOS 12 kommt zudem die Möglichkeit hinzu, Lieder mithilfe einzelner Textpassagen des Songtextes zu finden. Playlists lassen sich nicht nur in der Mediathek, sondern mittlerweile auch direkt aus Songs und Alben heraus erstellen. Über Untermenüs verfeinert man bei Bedarf den Algorithmus und passt eigene Sender oder Playlisten stärker seinen Gewohnheiten an - passenderweise ist die Funktion mit einem Herzchen-Symbol für "gefällt mir" beziehungsweise einem durchgestrichenen Herzchen für "gefällt mir nicht" gekennzeichnet. Dennoch gilt auch nach dem größeren Redesign für Apple Music: Insbesondere am Mac oder PC gibt es noch jede Menge Luft nach oben, was die Nutzerführung betrifft.

Was beispielsweise bei Spotify, Deezer oder auch Google Play Music wunderbar funktioniert, ist die nahtlose Navigation durch das Angebot. Detailseiten von Interpreten oder Alben stets verlinkt, so hangelt man sich mühelos, zielgerichtet und schnell durch das Archiv. Hier gibt es definitiv weitere Optimierungsbedarf. So müssen wir uns bei Apple Music beispielsweise im Bereich der Mediathek über verschachtelte Untermenüs zum entsprechenden Album oder Künstler hangeln. Zudem mussten wir bei iTunes mitunter äußerst nervige Ladezeiten beobachten. Hinsichtlich der Performance kann sich Apple Music nicht mit der Konkurrenz anlegen, zumindest am PC oder Laptop.

Extrafunktionen

Wie bei Musik-Streaming-Diensten Standard, kann man auch bei Apple Music Songs, Alben und Playlisten offline hören - etwa, um seinen Datentarif zu schonen. Auch der Zugriff mit mehreren Geräten über einen Account auf das Musikarchiv ist möglich und auf diese Weise auch paralleles Streamen unterschiedlicher Songs. Die iCloud-Musikmediathek bietet Zugriff auf das gesamte Musikarchiv über Geräte mit derselben Apple-ID hinweg. Der Familientarif gestattet sechs Personen Zugriff zu Apple Music für rund 15 Euro im Monat. t.

Musik-Streaming: So spart ihr bares Geld

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Dahinter steht die Familienfreigabe-Funktion, die auch die gemeinsame Nutzung von Fotos, Kalendereinträgen und Einkäufen im App Store ermöglicht. Eine mit dem Update eingespielte, gute Ergänzung ist die Songtexte-Ansicht. Zuvor ließen sich Lyrics nur mit einer gesonderten App anzeigen.

Apple Music: Fazit

Umfangreiches Streaming-Angebot, Schwächen am Desktop. 7.2/10

Apple Music ist ein Musik-Streaming-Dienst der unter anderem mit dem Abgleich beziehungsweise Upload der eigenen Musikbibliothek glänzt. Auch mit der eigenen Musikredaktion sowie kuratierten Wiedergabelisten, also dem menschlichen Faktor, kann Apple Music punkten. Allerdings lässt die Plattformunterstützung im Vergleich zur Konkurrenz stark zu Wünschen übrig. Zudem empfinden wir die Handhabung am PC via iTunes nach wie vor als nicht zeitgemäß und zu verschachtelt.

Das hat uns gefallen

  • iTunes-Musikarchiv
  • kuratierte Playlisten
  • eigene Musikredaktion
  • eigener Live-Radiosender

Das hat uns nicht gefallen

  • bei Plattform-Unterstützung auf Airplay angewiesen
  • keine kostenlose Variante
Testnote 7,2 von 10
Bewertet von Ana Zapatellini
7,0 / 10
Bedienung
5,0 / 10
Plattformunterstützung
8,0 / 10
Musikauswahl
8,0 / 10
Qualität
8,0 / 10
Extrafunktionen
Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Apple Music wurde in folgende Online-Musikdienst-Bestenlisten einsortiert.

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    Um durchschnittlich fünf Prozent wachse die Mitgliederzahl bei Apple Music monatlich in den USA, während Spotify nur ein Wachstum von zwei Prozent zu verzeichnen habe. Das Szenario einer Wachblösung gilt allerdings nicht für den Weltmarkt. Hier hat Spotify weiterhin die Nase klar vorn. Mit über 70 Millionen zahlenden Nutzern rangiert Spotify weltweit unangefochten an der Spitze, gefolgt von Apple Music - nach jüngsten Zahlen mit etwa 36 Millionen Kunden.

    Zurückzuführen ist die starke Abweichung der Zahlen in erster Linie auf die starke Verbreitung von Apple-Geräten in den USA. Hier ist Apple Music in Form der Musik-App quasi vorinstalliert. Zudem scheint das Prinzip eines dreimonatigen Probeabonnements aufzugehen. So hat jeder Interessent die Möglichkeit, Apple Music 90 Tage kostenlos und unverbindlich zu testen. Bei Spotify habt ihr in der Regel nur 30 Tage Zeit, den kostenpflichtigen Premiumdienst zu testen.

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