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iPad Pro im Test: GroßARTig?

Das derzeit leistungsstärkste Tablet

iPad im Test Teaser

Im Test muss das iPad Pro sich in vielen Punkten beweisen. Was stellt man mit so einem Gerät an? Kann es einen Laptop ersetzen, ist es ein Gaming-Tablet? Wie schlägt sich die A9X-CPU in den Benchmarks, wie im Vergleich zu anderen iPads? Lohnt sich Zubehör wie Gaming-Controller oder Tastatur? Wir gehen im ausführlichen Test des iPad Pros auf Entdeckungsreise und geben euch Tipps und Tricks für die wichtigsten iOS 9-Funktionen.

Das iPad Pro ist groß, ohne Frage. Und es hat einen Stift. Apple-CEO Tim Cook nennt unter anderem Künstler und Kreative als mögliche Zielgruppe. Und was ist mit dem Rest? Baut Apple tatsächlich ein Tablet nur für Kunstschaffende, schreibt "ART" ganz groß?

Inhaltsverzeichnis

  1. Die erste Begegnung
  2. Technische Daten Apple iPad Pro
  3. Aktuelle iPad-Modelle im Größenvergleich
  4. Verarbeitung
  5. Pflichtkauf: Schutzhüllen
  6. Smart Keyboard für das iPad Pro
  7. Display: Variable Bildwiederholungsrate hilft beim Stromsparen
  8. Benchmark und Akkulaufzeit: iPad Pro doppelt so stark wie das iPad Air 2?
  9. Multimedia: iPad Pro als perfekter Alleinunterhalter?
  10. iPad Pro und Steelseries Nimbus: Mobiles Gaming auf hohem Niveau
  11. iPad Pro und Logitech Create: Keine empfehlenswerte Kombination
  12. Funktioniert 3D Touch?
  13. Schwierig, schwierig: Der Apple Pencil
  14. Die besten Apps für das iPad Pro
  15. iPad Pro gegen Surface Pro 4
  16. Das ist uns sonst noch aufgefallen
  17. Lösungen zu den häufigsten Problemen mit dem iPad Pro
  18. Fazit & Alternativen
  19. Benchmarks

Die erste Begegnung

Das iPad Pro muss man erst einmal sacken lassen. Zwar sieht es aus, wie fast alle aktuellen iPads. An der grundlegenden Design-Sprache hat Apple nichts verändert. Doch ist der jüngste iPad-Spross mit seinem 12,9 Zoll großen Display tatsächlich riesig. Wie groß, macht zum Beispiel der direkte Vergleich zum neuen MacBook deutlich. Das iPad Pro nimmt in der Grundfläche mehr Raum ein. Und legt man es mit angelegtem Silicon Case und Smart Cover auf ein 13 Zoll messendes MacBook Air, erreicht es beinahe auch dessen Abmessungen.

iPad Pro im Unboxing

Im Video werfen wir einen ersten Blick auf das iPad Pro und suchen zum ersten Mal den Apple Pencil.

Technische Daten Apple iPad Pro

  • CPU: A9X (64-Bit) mit zwei Kernen, M9 Motion Co-Prozessor
  • Speicher: 32 / 128 Gigabyte
  • RAM: 4 Gigabyte
  • Display: 12,9 Zoll (32,77 Zentimeter)
  • Auflösung: 2.732 x 2.048 Pixel
  • Akkulaufzeit: bis zu zehn Stunden
  • OS: iOS 9.1
  • Anschlüsse: Lightning, Kopfhörer, Docking für Zubehör
  • Drahtlos: WLAN (a/b/g/n/ac), Bluetooth 4.2
  • LTE-Modem: optional
  • Kamera: Frontkamera mit 1,2 Megapixel, Rückkamera mit 8 Megapixel
  • Gewicht: 713 Gramm WLAN-Variante (Herstellerangabe)/ 730 Gramm LTE-Variante (gemessen)
  • Preis Testgerät: 1.229 Euro
  • Preis Basis-Ausstattung: 899 Euro

Der Ersteindruck, den das "Pro" beim geneigten iPad-Nutzer hinterlässt ist in etwa mit der ersten Begegnung mit der Plus-Variante des iPhones zu vergleichen. Denn nachdem sich die ersten Fragezeichen gelegt haben, ist plötzlich doch alles wieder beim Alten und fühlt sich vertraut an - obwohl der Bildschirm beinahe das DIN A4-Format erreicht.

Aktuelle iPad-Modelle im Größenvergleich

iPad Pro iPad Air 2 / iPad Pro 9,7" iPad mini 4
Abmaße und Gewicht
Höhe305,7 mm Höhe240,0 mm Höhe203,2 mm
Breite220,6 mm Breite169,5 mm Breite134,8 mm
Tiefe6,9 mm Tiefe6,1 mm Tiefe6,1 mm
Gewicht723 g Gewicht444 g Gewicht304 g
Display
Display12,9" Display9,7" Display7,9"
Auflösung2732x2048 (264 ppi) Auflösung2048x1536 (264 ppi) Auflösung2048x1536 (326 ppi)

Lange Zeit galten die Displaygrößen 9,7 beziehungsweise 7,9 Zoll beim iPad Mini als gesetzt. Doch ähnlich wie bei den iPhone-Modellen zeigt sich auch bei den Tablets: Selbst bei Apple sind keine in der Vergangenheit getätigten Aussagen in Stein gemeißelt. Auf der Displayfläche des iPad Pro lassen sich bequem zwei iPad Minis ablegen!

Verarbeitung

Das uns zu Verfügung gestellte, goldfarbene iPad Pro mit 128 Gigabyte großem Flash-Speicher und integriertem LTE-Modem ist akkurat zusammengebaut. Auffällige Spaltmaße finden sich ebensowenig wie andere Verarbeitungsmängel. Alles andere hätte uns gewundert. Wer jetzt den vermeintlichen Bendgate-Skandal im Sinn hat, kann sich beruhigt zurücklehnen. Das iPad Pro ist sehr solide und lässt sich auch mit deutlichem Kraftaufwand nicht verbiegen.

iPad Pro-Käufer werden jedoch nicht darum herumkommen, über den Kauf einer Schutzhülle nachzudenken. Wir haben es nicht getestet, können uns aber nur schwer vorstellen, dass das teure iOS-Gadget einen ungeschützten Fall aus Brusthöhe auf harten Boden unbeschädigt überstehen würde.

Pflichtkauf: Schutzhüllen

Stand heute, kurz nach dem offiziellen Verkaufsstart des Riesen-Tablets in Deutschland, ist der Markt für Schutzhüllen und Cases noch sehr übersichtlich. Apple selbst bietet die bekannten Smart Cover sowie das Silikon Case für das neue Modell an, die uns ebenfalls zu Verfügung gestellt wurden. Beide hinterlassen einen guten Eindruck. Doch wählt besser nicht die weißen Varianten. Hier sieht man jede noch so kleine Verunreinigung auf Anhieb.

Zu groß? iPad Pro 9.7 im Test
Zu groß? iPad Pro 9.7 im Test Testbericht  | Das "iPad Air 3" Wem das iPad Pro bislang zu groß war, kann beruhigt zum kleinen iPad Pro greifen. Denn mit einer Displaydiagonale von 9,7 Zoll bietet es die Power des Pro im gewohnten Format, wie der Testbericht zeigt. Jetzt lesen!

Wer sowohl Vorder- als auch Rückseite des Tablets schützen will, muss auf den Kaufpreis des iPads weitere 89 Euro für das Silikon Case und 69 Euro für das Smart Cover addieren. Ein Smart Case, das Apple für andere iPad-Modelle anbietet und welches Smart Cover und Silikon Case vereint, gibt es derzeit noch nicht im Apple Store.

Smart Keyboard für das iPad Pro

Das Smart Keyboard für das iPad Pro wird derzeit noch nicht in Deutschland angeboten. Apple wird die Schutzhülle mit eingebauter Tastatur aber in naher Zukunft mit deutschem Tastatur-Layout anbieten. Wie das innere der Smart-Tastatur für das iPad Pro aussieht, haben die Spezialisten von iFixit in einem Teardown herausgefunden.

Display: Variable Bildwiederholungsrate hilft beim Stromsparen

Stolze 5,6 Millionen Bildpunkte tummeln sich auf dem Touchscreen des iPad Pro - so viele, wie bei keinem anderen Gerät mit iOS. Die daraus resultierende Pixeldichte von 264 ppi mündet auf den ersten Blick in einem gestochen scharfen Bild. Einzelne Bildpunkte sucht ihr folgerichtig vergeblich. Doch die Pixeldichte deutet es bereits an: Längst gibt es natürlich Displays, die feiner auflösen. Und wer näher an den Touchscreen herantritt, bemerkt an manchen Stellen den gefürchteten Treppchen-Effekt.

Laut Apple floss bei der Entwicklung der iPad Pro-Anzeige jede Menge Ingenieurs-Know-How vom iMac 5K ein. Das IPS-Panel ist blickwinkelstabil. Egal, aus welchem Winkel ihr das riesige iPad Pro betrachtet - zu Farbverfälschungen kommt es nicht. Völlig neu für ein Apple-Produkt: Die iPad-Anzeige erkennt den dargestellten Bildschirminhalt und kann die Aktualisierungsrate variabel anpassen.

Der Apple Pencil ist kein Pflichtkauf, seine Möglichkeiten sind unserer Meinung nach beschränkt.
Der Apple Pencil ist kein Pflichtkauf, seine Möglichkeiten sind unserer Meinung nach beschränkt. (Quelle: netzwelt)

Bei statischem Inhalt, etwa beim Betrachten einer PDF-Datei, ist die Bildwiederholungsrate entsprechend geringer (30 Einzelbilder in der Sekunde), als beim Abspielen eines Videos (60 Einzelbilder in der Sekunde). Das hilft beim Stromsparen.

Auch unter anderen, subjektiven Gesichtspunkten überzeugt uns das iPad Pro-Display. Jedoch nicht restlos: Die Farbdarstellung ist vorbildlich, der Kontrast sehr gut. Unter freiem Himmel und ungünstigen Lichtverhältnissen spiegelt die Anzeige leider genauso stark, wie die anderen aktuellen iPad-Modelle.

Benchmark und Akkulaufzeit: iPad Pro doppelt so stark wie das iPad Air 2?

Besitzer eines iPad Air 2 anwesend? Wir jedenfalls waren schon mit der Leistung dieses Modells sehr zufrieden. Doch Apple hat mit dem iPad Pro im wahrsten Wortsinn Großes vor, spricht von einer Leistung, die viele Notebooks in den Schatten stellen soll.

Benchmark-Programme wie das von uns verwendete Geekbench 3 attestieren dem iPad Pro in der Tat Traumwerte, vor allem in der Einzelkern-Wertung: 3.241 Punkte sind es im Single Core-Test und stolze 5.415 Multi-Core-Punkte. Zum Vergleich: Das iPad Air 2 mit A8X-Soc absolvierte den gleichen Test mit 1.807 beziehungsweise 4.486 Punkten. Das iPad Pro bietet darüber hinaus vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Völlig egal welche App wir dem Testgerät vorwerfen - der Start dauert immer nur wenige Augenblicke.

In Grafik- und Video-Apps wie Pixelmator oder iMovie lässt das Apple-Tablet richtig die Muskeln spielen. Beeindruckt hat uns etwa das parallele und dabei völlig flüssige Editieren mehrerer geöffneter 4K-Videostreams. Hier erreicht das Tablet tatsächlich Desktop-Niveau. Wir gehen davon aus, dass die Leistung des iPad Pro locker ausreicht, um mit 99 Prozent der in den kommenden drei Jahren veröffentlichten Apps umzugehen.

Apple gibt die Laufzeit des 38,5 Wattstunden starken und nach wie vor nicht wechselbaren Akkus mit bis zu zehn Stunden an. Diesen Wert können wir für den Praxis-Einsatz bestätigen. Wer es mit der Displayhelligkeit nicht übertreibt und Funkverbindungen kappt, kann sogar mit Laufzeiten von über elf Stunden rechnen. Ungewöhnlich lange dauert das Aufladen an der Steckdose. Bei komplett entleerter Batterie vergehen hier gut und gerne über fünf Stunden, bis die Anzeige wieder 100 Prozent anzeigt.

Multimedia: iPad Pro als perfekter Alleinunterhalter?

Gleich vier Lautsprecher verbaut Apple im iPad Pro. Haltet ihr den Tablet-PC im Landscape-Modus, verdeckt ihr jedoch meistens mindestens zwei der Speaker. Diesem Umstand trägt Apple Rechnung: Die beiden unteren Lautsprecher sind stets eher bassbetont, die oberen eher mitten- und höhenbetont. Diese automatische Aussteuerung ist hörbar.

"Hifi-Niveau", wie Apple es beschreibt, erreichen die Mini-Speaker zwar nicht. Dennoch verdient es Anerkennung, dass der Hersteller den Lautsprechern so viel Raum im flachen iPad-Gehäuse einräumt. Vielleicht hätte man diesen Raum auch für Akkus mit mehr Kapazität verwenden können - doch Apple entschied sich für andere Stromsparmaßnahmen, etwa beim Display.

Bei Maximal-Lautstärke übersteuern die Lautsprecher nicht. Die Basswiedergabe ist für ein Tablet-PC erstaunlich - haltet ihr das Tablet in den Händen, könnt ihr die tiefen Frequenzen regelrecht in den Fingern spüren. Dennoch reißen sie uns bauartbedingt nicht vom Hocker; für einen betörenden Bass bietet das iPad-Gehäuse schlicht und ergreifend nicht genügend Volumen. Gut gefällt uns hingegen der deutlich wahrnehmbare Stereo-Effekt, vor allem bei Spielen oder der Wiedergabe von Videos.

Apropos Video: Dafür eignet sich das iPad Pro natürlich besonders gut. Im Flugzeug oder in der Bahn kommt so fast schon Kino-Stimmung auf. Im Vergleich zum Notebook benötigt das iPad deutlich weniger Stellfläche, sodass es auch auf noch so schmale Tische passt.

iPad Pro mit Steelseries Nimbus - der Controller kostet etwa 60 Euro und ist zu anderen Apple-Geräten kompatibel.
iPad Pro mit Steelseries Nimbus - der Controller kostet etwa 60 Euro und ist zu anderen Apple-Geräten kompatibel. (Quelle: netzwelt)

iPad Pro und Steelseries Nimbus: Mobiles Gaming auf hohem Niveau

Wir haben uns den drahtlosen Gaming-Controller Nimbus von Steelseries besorgt. Der Controller ist nicht nur zum iPad (Pro) sondern auch zum iPhone und dem neuen Apple TV der vierten Generation kompatibel. Spiele, die MFI-fähige Joysticks unterstützen, findet ihr gesondert gekennzeichnet im App Store.

Und plötzlich wird das iPad Pro fast schon zur waschechten Konsole: Spiele wie NBA 2K16 oder Asphalt 8 bereiten auf dem großen Display und der kräftigen Hardware ohnehin schon viel Freude. Mit dem Nimbus-Controller kommen präzise Manöver und sensibles Ansprechverhalten hinzu - ein echter Vorteil.

iPad Pro-Tastaturen im Test: Von Zagg bis Apple
iPad Pro-Tastaturen im Test: Von Zagg bis Apple Artikel Modelle für das iPad Pro 12,9 und iPad Pro 9.7 Die virtuellen Tastaturen der iPad Pro-Modelle eignen sich bestenfalls zum Verfassen kurzer E-Mails. Wer länger tippen möchte, benötigt eine physikalische Tastatur. Wir vergleichen in diesem Test Apples Smart Keyboard mit der Logitech Create und dem Zagg Slim Book. Jetzt Vergleich lesen!

iPad Pro und Logitech Create: Keine empfehlenswerte Kombination

Wir haben das iPad Pro ausgiebig mit Logitechs Tastatur-Hülle "Create" verwendet. Wir hatten hohe Erwartungen an diese Kombination und insgeheim die Hoffnung, dass sich daraus ein längerfristiges Experiment mit dem Arbeitstitel "Kann das iPad Pro ein MacBook ersetzen" ergeben würde. Daraus wird vorerst nichts. Warum, lest ihr in unserem Test zur Logitech Create-Tastatur, in dem wir auch näher auf die Apple-eigene Tastatur, dem so genannten Smart Keyboard eingehen.

Logitech Create im Test

Logitechs Create Tastatur passt in unseren Augen nicht zum iPad Pro. Warum, erfahrt ihr im Video-Test.

Funktioniert 3D Touch?

Nein! Apple stattet das iPhone 6S, die Apple Watch und das MacBook mit 3D Touch beziehungsweise Force Touch aus. Aber, zur Verwunderung vieler Fans, unterstützt das iPad Pro, Apples neustes und teuerstes Tablet, kein 3D Touch. Allerdings könnt ihr über einen Umweg dem iPad Pro in Kombination mit dem Apple Pencil 3D Touch beibringen.

Schwierig, schwierig: Der Apple Pencil

Weit über 1.000 Wörter haben wir nun schon über das iPad Pro geschrieben, ohne näher auf den aktiven Stylus Apple Pencil einzugehen. Es hat einen Grund, warum wir dieses Kapitel so weit ans Ende dieses Testberichtes stellen. Denn unser Verhältnis zum Stift ist ein wenig gespalten.

Zuerst zum Positiven: Die Stifteingabe ist höchst präzise. Und, mindestens genauso wichtig, Latenzen sind fast nicht festzustellen. Alles, was ihr mit Hilfe des Stiftes zeichnet, erscheint umgehend auf der Anzeige. Darüber hinaus erkennen Pencil und Touchscreen nicht nur den Druck den ihr anwendet, sondern auch die Art und Weise, in welcher Lage die Spitze auf den Touchscreen trifft wird von iOS 9 interpretiert. Das schafft neue Möglichkeiten für Grafiker und Designer, etwa beim Schraffieren größerer Flächen. Der optionale, über 100 Euro teure und 21 Gramm schwere Stift fühlt sich in der Hand sehr hochwertig an und ist vollkommen plan.

Am Ende findet ihr eine abnehmbare, magnetische Kappe. Über den darunter befindlichen integrierten Lightning-Anschluss könnt ihr den Stift aufladen. 15 Sekunden am Lightning-Port des iPad Pro reichen bei leerem Stiftakku aus, um anschließend mit ihm wieder 30 Minuten arbeiten zu können. Doch erspart euch den Blick ins Innere dieser Kappe. Denn in diesem Detail wirkt der Pencil, wie frisch aus dem Überraschungsei gepellt.

Womit wir bei den negativen Aspekten des Apple Pencils wären. Denn streng genommen benötigen nur Künstler, die ihrer Kreativität in Zeichenprogrammen freien Lauf lassen wollen, das Zubehör. Das finden wir schade. Zwar ist es prinzipiell möglich, den Stift unter iOS 9 als Eingabewerkzeug zu nutzen. Er funktioniert überall dort, wo auch ein Finger registriert wird und ihr könnt mit ihm durch die Startbildschirme blättern. Doch wirklich Sinn ergibt dies nicht. In unserer Phantasie (und vor der offiziellen Präsentation des iPad Pro) war der Stift so etwas wie ein universelles Eingabe-Tool. Im Test und im Alltag müssen wir etwas ernüchtert feststellen:

"Samsung spendiert seinem längst nicht so edel gemachten und viel günstigerem, passiven S-Pen viel mehr Möglichkeiten als Apple seinem Pencil."

Das fängt bei der Unterbringung an. Während der S-Pen meist einen festen Platz im Tablet oder Smartphone findet, und die Samsung-Geräte sogar per Vibration daran erinnern, wenn sich der Nutzer ohne eingelegten Stift entfernt, werden iPad Pro-Nutzer oft ihren Stift suchen müssen.

Denn weder gibt es eine Halterung am iPad selbst, noch einen Clip am Stift. Gut - bei angelegtem Smart Cover haftet der Pencil mehr oder weniger an der Magnetleiste des Covers. Eine Dauerlösung ist dies aber nicht. Dabei hat Apple selbst entsprechende Lösungsansätze: Ein Druck auf die Apple Watch etwa reicht aus, und das irgendwo im Haus liegen gelassene iPhone gibt einen Signalton aus. Dies wäre für das Duo Apple Pencil und iPad Pro sehr wünschenswert.

Viel mehr Möglichkeiten den Stift abseits von Programmen wie Notizen, 53 Paper oder auch OneNote zu nutzen würden sich ergeben, wenn das Display des iPad Pro 3D Touch unterstützen würde. So wie fast alle aktuellen Apple-Neuheiten aus dem Bereich Mobile Computing. Dies ist jedoch nicht der Fall. Ob und wie der Apple Pencil mit anderen iPad-Modellen und Tablet-PCs zusammenarbeitet, beleuchten wir an dieser Stelle.

So können wir mit Samsungs S-Pen über vielen Einträgen "hoovern" und uns Zusatzinformationen einblenden lassen, etwa im Kalender. Mit dem Apple Pencil in der Hand müssen wir die selben Menü-Wege gehen, wie auf dem allerersten iPhone, ein "tiefer" Druck ist nicht möglich. Zudem fehlt dem Apple-Stift eine (am besten frei belegbare) Taste sowie ein Radierer am Stiftende. Beides bietet etwa der Surface Pro 4-Stift.

Die besten Apps für das iPad Pro

Längst sind noch nicht alle Apps für den großen Touchscreen des Testgerätes angepasst. Wir haben uns daher im App Store umgesehen und euch eine Liste an Must-Have-Apps zusammengestellt, die auf jedes iPad Pro gehören. Neben Stift-optimierten Apps finden sich darunter auch Spiele, die die Prozessor-Power des jüngsten iPad-Mitglieds ordentlich ausreizen. Hier geht es zum Artikel: iPad Pro - das sind die besten Apps.

iOS 9-Funktionen wie Split Screen oder der Picture-in-Picture-Modus kommen auf der großen iPad-Anzeige besonders gut zu Geltung. Wie ihr diese Funktionen auf dem iPad Pro sinnvoll nutzen könnt, verraten wir euch im Artikel: So funktionieren Multitasking, Split Screen und PiP unter iOS 9.

iPad Pro gegen Surface Pro 4

Zugegeben: Der Vergleich zwischen iPad Pro und Microsofts Surface Pro 4 ist schwierig. Beide Geräte eint jedoch der unter Tablet-Gesichtspunkten großzügige Bildschirm sowie die Bedienung per Digitizer. Ob aus diesem Duell ein eindeutiger Gewinner hervorgeht, lest ihr im ausführlichen Vergleichstest.

Vergleichstest: iPad Pro vs. Surface Pro 4
Vergleichstest: iPad Pro vs. Surface Pro 4 Artikel ... und die Frage: Taugt eines von beiden als Laptop-Ersatz? Sowohl das iPad Pro als auch das Surface Pro 4 bieten Displays jenseits der 12-Zoll-Marke. Doch wer baut das stimmigere Gerät? Apple oder Microsoft? Der Vergleichstest liefert Antworten. Wer ist der Gewinner?

Das ist uns sonst noch aufgefallen

Die Kameras auf der Vor- und Rückseite sind nicht mehr als nette Zugaben. Eben noch hat das iPad Pro seine immense Leistungsfähigkeit bei der Bearbeitung von 4K-Material unter Beweis gestellt, doch der Sensor der rückseitigen Hauptkamera zeichnet Videomaterial nur in 1080p auf.

Praktisch ist der im Home Button verbaute Fingerabdruckscanner TouchID. Er funktioniert gewohnt zuverlässig, jedoch nicht so schnell, wie im von uns getesteten iPhone 6S Plus.

Lösungen zu den häufigsten Problemen mit dem iPad Pro

Kaum ein Produktstart verläuft reibungslos. Im Falle des iPad Pro häufen sich die Beschwerden im Apple-eigenen Support-Forum, über ein Problem, das beim längeren Laden des iPad Pros an der Steckdose auftritt. Andere Nutzer berichten über Schwierigkeiten beim Koppeln des Apple Pencils mit dem iPad Pro. Lösungen für solche Probleme findet ihr im Artikel: iPad Pro: Lösungen für häufige Probleme mit dem Riesen-iPad.

Dieser Artikel wurde am 26. November zuletzt aktualisiert. Hinzugefügt wurde der Größenvergleich der aktuellen iPad-Modelle und die besten Apps für das iPad Pro.

Apple iPad Pro: Fazit

Fazit: Ganz groß - nicht nur in der Nische 8.8/10

Wir sehen das iPad Pro nicht zwangsweise in der Hand von Illustratoren oder Grafikern. Für manch einen wird es die Spielekonsole ersetzen. Für andere wird es der Schlafzimmerfernseher werden. Und wieder andere werden mit dem Pro genau das machen, was sie bislang mit allen iPads gemacht haben: Auf dem Sofa sitzen, surfen und mit ein paar Apps rumspielen. Die Leistung dieses iPads hat uns förmlich umgehauen; ein wenig enttäuscht sind wir von den Möglichkeiten des Pencils. Gespannt blicken wir auf die Entwicklungen im Zubehörmarkt: Hier muss dringend eine Tastaturhülle mit verstellbarem Displaywinkel her - dann könnte aus dem iPad Pro vielleicht sogar auch ein Notebook-Ersatz werden.

Das hat uns gefallen

  • Leistung
  • Display
  • Verarbeitung

Das hat uns nicht gefallen

  • Kein 3D Touch
  • Möglichkeiten des Apple Pencil
  • Langer Ladevorgang
  • Kein SD-Kartenslot
Testnote 8,8 von 10
Michael Knott Team-Bild
Bewertet von Michael Knott
9,0 / 10
Design
8,0 / 10
Display
10 / 10
Leistung
7,0 / 10
Ausstattung
10 / 10
Multimedia
Informationen zum Leihgerät

Das Testgerät wurde uns von Apple Deutschland im Rahmen einer auf ein Jahr befristeten Dauerleihgabe zu Verfügung gestellt. Nach Ablauf dieser Frist wird das iPad Pro wieder an den Hersteller zurückgegeben.

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

9
Leserwertung

Hier könnt ihr das Produkt Apple iPad Pro selbst bewerten.

Die Leserwertung beträgt 9 von 10 möglichen Punkten bei 293 abgegebenen Stimmen.
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Bestenlisten

Apple iPad Pro wurde in folgende Tablet-PC-Bestenlisten einsortiert.

Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS
Die besten Tablets mit Tastatur - endlich produktiv arbeiten unter Windows, Android, iOS Bestenliste Tablet-PCs mit Tastaturen, so genannte 2-in-1, können durchaus Aufgaben eines ausgewachsenen Notebooks übernehmen. Wir präsentieren euch an dieser Stelle die besten Modelle 2017 und geben euch in einer Kaufberatung weitere Tipps. Zur Bestenliste
Apple iPad Pro Benchmarks

In der nachstehenden Tabelle findet ihr die Futuremark-Benchmarks, die wir zum Apple iPad Pro in unserem System erfasst haben. Der Gesamtwert steht in der rechten Spalte, Details zu den einzelnen Tests bekommt ihr, wenn ihr die Maus über das Infozeichen bewegt.

Futuremark-Benchmark Ergebnis
Ice Storm MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
51 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
60 FPS
Grafik Test II:
60 FPS
Ice Storm Extreme MAXED OUT!

Futuremark Ice Storm Extreme

Physik (Gesamt):
MAXED OUT!
Physik Test I:
51 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
MAXED OUT!
Grafik Test I:
60 FPS
Grafik Test II:
60 FPS
Ice Storm Unlimited 33811

Futuremark Ice Storm Unlimited

Physik (Gesamt):
15484
Physik Test I:
49 FPS
Physik Test II:
-
Physik Test III:
-
Grafik (Gesamt):
51050
Grafik Test I:
308 FPS
Grafik Test II:
174 FPS
Sling Shot using ES 3.0 4069

Futuremark Sling Shot using ES 3.0

Physik (Gesamt):
1576
Physik Test I:
44 FPS
Physik Test II:
16 FPS
Physik Test III:
7 FPS
Grafik (Gesamt):
7487
Grafik Test I:
42 FPS
Grafik Test II:
26 FPS
Sling Shot using ES 3.0 Unlimited 4275

Futuremark Sling Shot using ES 3.0 Unlimited

Physik (Gesamt):
1593
Physik Test I:
44 FPS
Physik Test II:
16 FPS
Physik Test III:
7 FPS
Grafik (Gesamt):
8232
Grafik Test I:
48 FPS
Grafik Test II:
28 FPS
Passmark-Benchmark Ergebnis
Gesamt 5280
Prozessor (CPU Mark) 178,508
Speicher (Mem Mark) 21,067,823
Festplatte (Disk Mark) 39,986
2D (2D Mark) 4,398
2D (3D Mark) 1,022

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Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Business, Mobile, Testbericht, Mobile Computing, Apple, Apple iPad, Tablet-PC, Bedienstift (Stylus), Apple iPad Pro und Apple iOS 9.

Das Apple iPad Pro wurde ursprünglich mit Apple iOS 9.0 "Apple iOS Monarch" ausgeliefert. Mittlerweile ist für das Apple iPad Pro die Version 11.4 "Apple iOS 11" verfügbar.

Links zum Thema
Apple iPad Pro im Zeitverlauf
1 von 29
  • Apple iPad Pro: Riesen-Tablet ist ab sofort erhältlich

    11.11.2015 Noch suchen wir allerdings vergeblich nach den entsprechenden "Bestellen"-Schaltflächen im Online-Apple-Store. Vermutlich wird sich das im Laufe des Tages aber für alle Ungeduldigen zum Positiven wenden. Nach dem offiziellen Verkaufsstart im Netz soll das Riesen-iPad im Laufe der Woche auch über die Apple Retail Stores, ausgewählte Mobilfunk- sowie autorisierte Apple Händler erhältlich sein.

    Zeitgleich zum iPad Pro gehen auch der Apple Pencil, das Smart Cover, die iPad Pro-Silikonhüllen sowie das Smart Keyboard an den Verkaufsstart. Für alle, die sich für einen Kauf in einem Apple Retail Store entscheiden, erhalten auf Wunsch ein kostenloses, sogenanntes "Personal Setup", welches dem Kunden bei der Einrichtung sowie der Personalisierung seines neuen iPads unterstützt. Zudem könnt ihr euch kostenlos zu einem iOS 9- oder iPad Pro-Workshop in jedem Apple Retail Store anmelden.

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