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iCloud im Test: Lohnt sich der Kauf von Apples Cloud-Speicher?

iCloud Drive

von Jan Brack
Apples iCloud im Test.

Seit der Einführung von iCloud Drive lässt sich Apples iCloud als vollwertiger Online-Speicher bezeichnen. Dennoch verfügt der Dienst über zahlreiche Apple-spezifische Besonderheiten. Wie gut sich das Angebot auf Apple-Geräten und darüber hinaus schlägt, lest ihr im folgenden Testbericht.

Apple ist bekannt für eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen iPhone, Mac und Co. Vieles beruht hier auf der iCloud. Stetig entwickelt sich der Cloud-Speicher jedoch über seine ursprüngliche Funktion der Synchronisation von Gerätedaten hinaus weiter. Die zahlreichen Funktionen des Angebots haben wir kritisch untersucht.

iCloud Drive

Das "Drive" stellt bei Apple den klassischen Teil eines Cloud-Speichers: Wie üblich klinkt sich hierbei ein Ordner des Cloud-Dienstes in Windows Explorer beziehungsweise macOS Finder ein, der systemübergreifend synchronisiert wird. Eine selektive Synchronisation von Unterordnern bleibt beim iCloud Drive jedoch vermisst. Mac-Nutzer synchronisieren zudem auf Wunsch auch alle auf dem Desktop abgelegten Inhalte mit der Cloud. Wer mehrere Macs nutzt, freut sich dabei über synchrone Desktops.

Die iCloud samt Drive ist auf macOS- und iOS-Geräten standardmäßig vorinstalliert. Für Windows steht eine kostenlose Software zum Download bereit. Android-Nutzern steht leider ausschließlich die Web-Oberfläche für den Zugriff auf Drive-Daten zur Verfügung. Die iCloud bietet in der kostenfreien Variante fünf Gigabyte Speicherplatz. Das genügt für den Anfang - zu Upgrade-Möglichkeiten später mehr.

Gemeinsames Arbeiten

Genau wie Konkurrent Google stellt Apple eine Online-Office-Suite zur kostenfreien Nutzung bereit. Diese enthält alle wichtigen Bearbeitungs-Tools und eignet sich durchaus zum Erstellen vollwertiger Dokumente, Tabellenkalkulationen oder Präsentationen. Zweck dieses Features ist selbstverständlich die gemeinsame Arbeit an entsprechenden Inhalten: Andere Personen lassen sich dafür wahlweise per iCloud-Mail-Adresse oder Link-Freigabe einladen. Links lassen sich optional mit Passwörtern schützen. Die Bearbeitung eurer Inhalte ist, sofern gewünscht, auch von Link-Inhabern ohne iCloud-Konto möglich - sehr gut.

Zum gemeinsamen Arbeiten via Cloud-Dienst gehört jedoch auch das Teilen von Dokumenten oder Ordnern abseits genannter Office-Lösungen - ein Gebiet, auf dem Apple leider kläglich scheitert. Im Gegensatz zu OneDrive oder Dropbox findet sich bei iCloud Drive keine Option der Freigabe von Dateien oder Ordnern an Dritte. Das ist unverständlich und widerspricht dem Zweck eines solchen Cloud-Speichers.

Keine klassische Freigabe und keine Android-App - Zeit für ein enttäuschtes Fazit? Nein, denn die Stärken der iCloud liegen in Funktionen, die exklusiv in Verbindung mit Apple-Hardware verfügbar sind. Damit wäre bereits an dieser Stelle geklärt, für wen sich der Cloud-Speicher nicht eignet.

iCloud-Fotomediathek

Eine der größten iCloud-Stärken liegt in der Fotoverwaltung. Wenn entsprechend konfiguriert, landen mit iPhone und iPad aufgenommene Bilder und Videos automatisch in der iCloud-Fotomediathek, von wo aus sie mit iCloud-kompatiblen Geräten synchronisiert werden. Anders als der Foto-Upload von Dropbox oder OneDrive bereitet Apple Eure Aufnahmen dabei sehr ansprechend auf. Während iCloud Drive unter Windows vollständig verfügbar ist, steht die Fotomediathek hier leider nur als reiner Bildbetrachter bereit.

Erstklassige grafische Umsetzung der iCloud-Fotosammlung am Mac.
Erstklassige grafische Umsetzung der iCloud-Fotosammlung am Mac. (Quelle: netzwelt)

Die Fotomediathek verfügt über eine Gesichtserkennung, die Bilder nach Personen gruppieren kann und vollständig offline arbeitet. Außerdem ist eine Sortierung von Fotos nach Aufnahmeort möglich: Elegant verteilt Apple eure Aufnahmen hier auf einer Weltkarte. Automatisiert kann der Dienst zudem kleine Erinnerungsfilme aus euren Aufnahmen erstellen. Auch grundlegende Funktionen der Bildbearbeitung sind in die iCloud integriert. Die ansprechende Umsetzung genannter Features übertrifft sogar das großartige Google Fotos.

Typisch für Apple arbeitet die Fotomediathek absolut flüssig, insbesondere der Upload eurer Inhalte gelingt meist zuverlässig und unauffällig im Hintergrund. Als besonders praktisch erweist sich die Funktionen "Speicherplatz optimieren", die unter macOS und iOS verfügbar ist: Hier liegen eure hochauflösenden Originalaufnahmen in der iCloud, während kleinere, Speicherplatz-schonende Versionen für die Offline-Verwendung auf euren Geräten verbleiben. Der Prozess arbeitet dynamisch in Abhängigkeit des verfügbaren Gesamtspeichers. Auch ein früheres Manko der Fotomediathek hat Apple behoben: Die "Fotos"-App unter macOS kann nun auch eine Vielzahl von Bildern auf einmal importieren.

Automatische Backups

Für Nutzer von iPhone und iPad sehr attraktiv ist die automatische Backup-Funktion der iCloud: Hierbei handelt es sich um automatische Sicherungen sämtlicher Daten und Inhalte der Mobilgeräte. Wer ein neues iOS-Gerät einrichtet, kann so stets ein exaktes Abbild des vorherigen Systems wiederherstellen - inklusive App-Einstellungen, Chat-Verläufen und mehr.

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Speicher-Upgrades

iCloud-Speicherupgrades.
iCloud-Speicherupgrades. (Quelle: Screenshot)

Wer Fotomediathek, Backup und Drive nutzt, stößt schnell an die Grenzen der fünf Gigabyte umfassenden kostenlosen Speicherkapazität. Ein Upgrade auf 50 Gigabyte kostet monatlich einen Euro. 200 Gigabyte kosten 3 Euro und 2 Terabyte kosten 10 Euro monatlich. Das sind faire Preise, zu denen sich ein Abo lohnt, sofern ihr die beschriebenen Features voll ausnutzen möchtet. Dennoch: Mehr kostenloser Speicher wäre natürlich wünschenswert.

Nutzern der iCloud-Familienfreigabe steht ein besonderes attraktives Angebot: zur Verfügung. Denn die Kapazität eines Speicher-Abos lässt sich allen Mitgliedern der Familienfreigabe zugänglich machen, ohne dass dabei ein gegenseitiger Zugriff auf persönliche Daten besteht. Wer sich so etwa den 2 TB-Plan mit mehreren Nutzern teilt, freut sich über besonders attraktive Preise,

Sicherheit

Daten in der iCloud werden laut Apple stets mindestens mit einer AES-128-Bit-Verschlüsselung gesichert. Der identische Schutz kommt auch auf dem Übertragungsweg von euren Endgeräten zu den Apple-Servern zum Einsatz. Für per iCloud-Schlüsselbund gespeicherte Passwörter garantiert Apple eine 256-Bit-Verschlüsselung. Darüber hinaus lässt sich eine Zwei-Faktor-Authentifizierung konfigurieren, der Empfang zugehöriger Codes ist praktischerweise nicht nur per SMS, sondern auch auf euren persönlichen Apple-Geräten möglich. Sicherheitstechnisch kann die iCloud damit überzeugen.

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Apple iCloud: Fazit

Pflichtkauf für Apple-Nutzer 8.1/10

Dank Fotomediathek und zuverlässigen Daten-Backups ist die iCloud eine optimale Ergänzung zu iOS- und macOS-Geräten. "Drive" ist dabei eine willkommene Ergänzung, kann aber aufgrund der fehlenden Freigabe-Funktion von Daten abseits der Office-Suite nicht vollends überzeugen. Dennoch: Für Apple-Nutzer lohnt sich die Investition.

Das hat uns gefallen

  • Fotomediathek
  • Backups

Das hat uns nicht gefallen

  • Kein Teilen von Dateien und Ordnern
  • Beschränkt auf Apple und Windows
Testnote 8,1 von 10
Jan Brack
Bewertet von Jan Brack
9,0 / 10
Bedienung
7,0 / 10
Speicherkapazität und Upgrades
9,0 / 10
Sicherheit
7,0 / 10
Zusatzdienste
Informationen zum Leihgerät

Mehr zum Thema, wie wir mit Testgeräten verfahren, wie wir testen und den allgemeinen Leitfaden für unsere Redaktion findet ihr in unseren Transparenz-Richtlinien.

8
Leserwertung

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Bestenlisten

Apple iCloud wurde in folgende Cloud-Speicher-Bestenlisten einsortiert.

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  1. Gastkommentar · 

    Indem iCloud für den Arbeitsplatz und die Dokumente aktiviert wird, werden die Dateien in die Cloud verschoben und auf dem Rechner gelöscht. Gibt es einen Weg, die Dateien wieder zurück aus der Cloud auf den Rechner zu schieben?

  2. Gastkommentar · 

    Ein wichtiges Feature wurde vergessen... Die bezahlten Pläne sind jetzt sogar für alle in der "Icloud Familienfreigabe" verfügbar. Somit zahlt man beispielsweise für 200GB 3 Euro im Monat aber ab jetzt muss die Partnerin und die Kinder nicht mehr zusätzlich auch noch Speicherplatz mieten, sondern können alle auf die selben 200GB zugreifen und trotzdem kann nicht einfach jeder in die Daten des jeweiligen anderen einsehen. Ausser man wünscht das. Auch dass eine App die gerade am Handy installiert wurde, auch auf dem Ipad verfügbar gemacht wird und gleich installiert wird, wird hier nicht erwähnt. das ist auch sehr praktisch. Die Backup Funktion ist auch genial! So kann man beim Iphonewechsel in 10 Minuten mit 1-2 Klicks mit dem neuen Phone sofort da weitermachen wo man vorher war. Apple Geräte sind zwar leicht teurer als Samsung und co, dafür arbeitet aber alles einwandfrei zusammen. Selbes Spiel habe ich mit Samsung Geräten versucht vor ein paar Jahren. No way. Ausserdem kenne ich niemanden mit Android Geräten der auch alles so synchronisiert hat und parallel nutzen kann wie wir.

    1. janbrack · 

      Hallo Cyan Toast, vielen Dank für Deinen Hinweis. Die praktische Abo-Option via Familienfreigabe haben wir sehr gern im Testbericht ergänzt. Besten Gruß aus der Redaktion, Jan

Einsortierung und Informationen zum Leihgerät

Es wurden die folgenden Schlagworte vergeben: Dateien synchronisieren & gemeinsam bearbeiten, Backup & Datensicherung, Cloud-Dienste: Die besten Dienste im Netz, Cloud-Speicher und Apple iCloud.

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